Dienstag, 27. Januar 2009

Heiligenschein

Hab ich sicherlich schon. War heute in zwei Gottesdiensten, in der Woche vier. Durchschnittlich sind es pro Woche ein oder zwei, mit noch ein paar Andachten, meistens durch die Arbeit, doch auch gerne mal so. Muss halt nicht immer Sonntag morgens sein. Interessant, wie leicht sich das jedoch in den Alltag hier integrieren lässt. Weil es ja Job ist. Unter anderem.

Elternbesuch. Nach langem Hin- und Hergeschiebe und einem verknacksten Rücken sind meine Eltern am Freitag mit dem Wohnmobil hergefahren, bei strahlendstem Mistwetter. Nach Auto abstellen hier auf dem Gemeindeparkplatz und großem Hallo durften sie sich „meine erste eigene Wohnung“ angucken, wie meine Mama sich ehrfürchtig ausdrückte. Ja die Kinder werden groß. Neben meiner Gitarre (wohooo endlich) und Kleinzeugs hatten sie mir viel zu essen, ich verhunger ja hier, und, sehr schön, auch ganz viel Weihnachtsschmuck und einen Adventskalender mitgebracht. Es ist ja schon schließlich erster Advent. Unfassbar. Nach Königsberger Klöpsen kamen sie dann mit ins Gemeindehaus, wo wir eine außerplanmäßige Krippenspielprobe hatten. Dienstag ist die erste Vorstellung und wir hatten noch nicht mal den Ansatz einer Durchlaufprobe :D sehr chaotisch, aber natürlich haben alle die Ruhe weg. Ich bekam das erste Mal mein Jesuskind, eine wirklich hässliche Stoffpuppe, im Strampelanzug und mit nem Berg Haaren auf dem Kopf. Sehr realistisch.

Meine Eltern schauten zu und lasen in meinem Skript mit. Beide haben an der VHS ein bisschen schwedisch gelernt, meine Mutter sogar recht lange und mein Vater spricht ein bisschen dänisch, so dass beide stolz hinterher verkündeten, wirklich was verstanden zu haben. Nebenbei sahen sie so auch das Gemeindehaus und trafen fast alle Hauptamtlichen, mit denen ich arbeite. Leider musste ich dann direkt weiterarbeiten, es stand Kraftstationen auf dem Programm. Zum Glück ist das hier ja zum großen Teil kein Problem, meinen Besuch immer mitzuschleppen. Was ich auch tue. Und der sich selten beschwert ;) Also fuhren wir mit Gertrud in die St.Pauli Kirche. Ung mässa (Jugendgottesdienst) mit dem Thema „Jesus Christ Superstar“, das im Moment hier im Konzerthaus gespielt wird (und was ich hoffentlich noch zu sehen kriege). Es wurde sehr voll, das Thema zog viele, auch dieses Mal viele Ältere, an, denn es gab exzellente Livemusik mit zwei tollen Sängern und unseren altbekannten Musikern, die immer in der Ungmässa spielen, doch außerdem war auch der Regisseur vom Konzerthaus da und hat quasi eine Reflektion zum Thema gegeben. Sehr interessant. Außerdem hatten eine vorfreudige Claudia und ein nervöser Kilian ihre Premiere beim Abendmahl austeilen. Nach dem Gottesdienst ging es rüber in die Kraftstationen zu ner Tasse Kaffee und eigentlich arbeiten. Doch da wir fast zu viele da waren zum helfen, saß ich mit meinen Eltern und Kilian in der Ecke und haben uns unterhalten. Nils entließ mich schon um halb zehn und so konnten wir noch in der Stadt nett zu Abend essen.

Am offiziellen „Kauf-Nix-Tag“, wie es in meinem Kalender steht, machten wir natürlich einen Stadtbummel und schauten den Schmückvorbereitungen in der Fußgängerzone zu. Nach ein paar elterngesponserten Einkäufen wurde am Turning Torso gefikat, mit Blick auf den vernebelten und verregneten Öresund. Meine Eltern als alte Segler hatten natürlich eher Spaß am Wetter und deshalb war es sehr lustig. Abends war es halbwegs trocken und der Glögg auf dem „Weihnachtsmarkt“ (ähm moment….oh zehn Buden in einer Reihe^^) wärmte dann schön. Die „Juleknackwurst“ haben wir dann aber nicht gegessen :-P

Claudia war mit Kilian und Grit nach Kopenhagen zum Feiern gefahren, deshalb waren wir abends allein in der Wohnung zu einem ruhigen Abend. Ich *piiiepte* (Weihnachten kommt ;) ) und meine Eltern hatten ihren Spaß am schwedischen Fernsehen. Die zweite Nacht schliefen sie in der Wohnung, da das Auto den ganzen Tag nicht bewegt worden war und so der Batterie nicht mehr ganz zu vertrauen war…

Am Sonntag, heute morgen, stand ein großes Event bei uns an, das dann doch nicht so groß war, wie es klang. Unser neuer Kyrkoherde, Gemeindechef quasi, wurde mit Festgottesdienst und anschließender Tortenfika eingeführt. Kenth ist seit Juni hier, also ich kenne nur ihn als Kyrkoherde. Und nach dem zwei Stunden langen Gottesdienst wusste ich auch, warum mir alle gesagt haben, ich sollte nicht in unserem Kirchenchor singen…Charlotte war froh mal meine Eltern zu treffen, obwohl diese dann früh am Nachmittag wieder fuhren und dann auch für mich einiges *piep* mit nach Deutschland nahmen…

War ein sehr nettes Wochenende mit ihnen und wie meine Mama sagte, „jetzt weiß man, wo das Kind rumläuft – jetzt bin ich beruhigt“. Sie haben meine Gemeinde gesehen, die Kraftstationen, die Kirche und so gut wie alle Menschen getroffen, mit denen ich hier arbeite. Ist doch super.

Vorhin traf ich mich mit Claudia und Grit am Gustav Adolfs Torg, es war „Ljuständning“ (Lichtanzündung) zum Einläuten in die Adventszeit mit Musikprogramm auf ner großen Bühne und vielen Fackeln und Lichtern. Außerdem wurde die offzielle Malmö-Lucia vorgestellte, Alexandra irgendwas. Von wegen blond. Sie als Lichterkönigin zieht mit ihren Sternsängern im Advent nun durch Malmös Kranken- und Geschäftshäuser und bringt das Licht in die Dunkelheit. Ach ich liebe den Kitsch der Schweden. Wir haben von dem ganzen Spektakel jedoch nicht allzu viel mitbekommen, denn es gab viel zu bereden, Grit war in Kopenhagen nicht nur bei den Volontären gewesen…Andreas ist sein Name ;) Danach fuhr ich mit meiner rosa Mitbwohnerin zu Kilian und dann in die S:t Matteus Kyrka zu einer Regenbogsmässa. Mal was anderes in einer modernen Kirche und am Abend….mein vierter Gottesdienst dieser Woche. In der Kirche wird übrigens auch unser Chorkonzert stattfinden. Man sei gespannt.

Ach und einen schönen ersten Advent! Oder wie Claudia heute immer rumgesprungen ist: Happy New Kirchenjahr!

Typisches schwedisches Essen

….Falaffel! Wenn ein Gericht typisch für Malmö ist, dann die Falaffel. Und zwar gibt es keine kleinen, sondern nur „stor“ oder „extra stor“, groß oder extra groß. Die Schweden nehmen halt alles mit, was geht.

Kilian und Grit sind gerade gegangen, nach einem netten Abend bei Grey’s Anatomy und Ben&Jerry’s-Eis. Lecker.

Gestern war Dienstag und vormittags war die erste offizielle Probe für das „Julspel“, das Krippenspiel. „Djuren i stallet“, die Tiere im Stall, heißt es und erzählt die Geburt Jesu aus der Sicht der Tiere, des Ochsen, des Esels, die natürlich sprechen können. Wir führen es im Dezember zwei mal pro Woche vor Kindergruppen auf. Wir Charlotte (Ziege), Gertrud (Ochse), Karin, unsere Kantorin (Esel), Catherine (Hahn), Ingrid, die Ehrenamtliche, bei der ich auch immer meine Skanskastunde habe ist mein Joseph und wer mag wohl ich sein? Wie Kristin, Claudia und Doro, d.h. fast alle weiblichen Volontäre, bin auch ich die Maria :D ja wenn halt so junge Mädels in der Gemeinde rumlaufen…weil halt die Tiere die Hauptrolle spielen und nicht wir Menschen, ist mein Text relativ begrenzt und ich lieg ansonsten nur auf dem Boden rum und „krümme mich vor Schmerzen“. Warum auch nicht.

Gestern sollte uns auch eigentlich Hendrik vom Lunds Stift einen Besuch abstatten, im Auftrag vom Volontäraret und der schwedischen Kirche, um mal unabhängig nachzuprüfen, wie es läuft, ob es irgendwelche Probleme gibt, ob Charlotte eine gute Handledare ist und ob ich eine gute Volontärin bin. Er sollte mit uns beiden zusammen, doch auch mit jeder einzeln sprechen, um ganz sicher zu sein, dass alles in Ordnung ist und gut läuft. Doch er rief morgens an und meldete sich ab und jetzt kommt er erst im Januar.

Bei den Konfirmanden war gestern Gebet Thema und dazu hatten wir, um mal eine andere Art Gebet zu zeigen, Annika da, die mit uns und den sparsam aufgetauchten Konfis israelische Tänze und Pilgertänze gezeigt hat. Sehr witzig und nachdem erst nur gekichert wurde, kam es glaub ich echt nicht so schlecht an. Mal was anderes.

Heute morgen hatten wir mit allen Angestellten „Varplanering“, es wurde das nächste Halbjahr geplant. Für mich war das sehr interessant, ich war das erste Mal bei einer Personalbesprechung richtig dabei und im Frühling passieren hier tolle Sachen. Internationeller Tag, massenhaft Ausflüge und Übernachtungen, die ersten Malmöer Kirchentage, allerhand Sachen mit der Mamma o. Barn Grupp und es bestünde auch riesiges Interesse an Revive…wird sich zeigen. Ansonsten werde ich heute früh ins Bett gehen, da ich heute nacht um 4 Uhr aufgestanden bin, um mir die Internetliveübertragung (die dann um 5 begann) vom Releasekonzert des neuen Albums von Jeremy Camp in Chicago anzugucken. Tja blöde Zeitverschiebung. War aber sehr geil und hat sich definitiv gelohnt dafür aufzuwachen. Ne Menge tolle Lieder dabei und einfach mal witzig, zu wissen, dass der da gerade wirklich drüben hinterm Teich auf der Bühne steht und komplett neue Lieder singt. Live eben ne ;)

Link Speaking louder than before

Donnerstag, 22. Januar 2009

Im Ausland

7 Uhr 13. Meine Zimmertür geht auf. "Bist du wach?" Jetzt schon. "Tut mir leid, aber ich muss dir was zeigen!" Licht an, Vorhänge auf......SCHNEE! Und diesmal wirklich! Claudia und ich standen am Fenster und haben zwanzig Sekunden ertsmal nur gequietscht. Dann drei Minuten nur grinsend rausgestarrt. Dann "Das wollt ich dir nur zeigen. Bis nachher!" Ok ich geh wieder ins Bett. Es hat geschneit! Und alle Malmöer hatten uns Schwedenträumer schon unsere Illusionen genommen. Ha wenigstens haben wir einmal Schnee gehabt. Viel und liegenbleibend.
Waah Stress! Die Eltern kommen! Nein so schlimm sind wir schon wieder nicht. Aber Claudias Eltern sind in der Tat am Freitag hergekommen und da putzt man doch schon mal die Wohnung nochmal durch ;)
Gesehen habe ich sie direkt dann jedoch nicht, weil ich mit Kilian endlich mal nach Kopenhagen gefahren bin. Dort arbeiten fast zehn Freiwillige vom DJiA, jedoch nciht wie wir in Gemeinden, sondern in Sozialprojekten, Cafés, Zentren etc. Die meisten wohnen zusammen in einer Art Studentenheim, doch wir fuhren zunächst zu Maren, Anne und Steffi, die in einer DreierWG mitten in der Stadt wohnen.
Verrückt, ich fahre in ein anderes Land und es ist doch nur so, dass ich, wie mal eben nach Dortmund, nur 20 min fahre.
Ganz tourilike brauchten wir das Touristenbüro, um die Wohnung der drei deutschen Mädels zu finden. Siewohnen mitten an der Fußgängerzone, unfassbar zentral, in einer urigen, verwinkelten Altbauwohnung. Riesig mit einer sehr coolen Küche und einfach heimelig. Allein schon durch Hans Kone. Mit Steffi statteten wir Maren an ihrem Arbeitsplatz, dem Café K, direkt neben der Wohnung einen Besuch ab. Dort arbeitet sie mit Anne mit Jugendlichen, ähnlich der Kraftstationen. Chinesisches Essen in Kopenhagen sehr zu empfehlen! Es war auch interessant, mal wieder in einem Supermarkt einzukaufen, wo auch mal Alkohol steht. Ähm stand. Auch in Kopenhagen gab es Schnee, Aber nciht so viel wie hier hihi.
Am Abend brach die eine Hälfte, bereichert durch Johannes und Vanessa, zum Hafen und zu einem Schneespaziergang auf, die andere blieb zu Hause mit Anna und Daniel. Man traf sich wieder in der Maskenbar, endlich mal wieder ein bisschen Nachtleben und nach einem nächtlichen Spaziergang mit Johannes durch fast ganz Kopenhagen endete der Abend spät in der WGKüche.
Am Samstag morgen fuhr ich nach zwei Stunden Schlaf, hey wir sind jung!, nach Malmö zurück und stand um halb zehn pünktlich und gut gelaunt im Gemeindehaus zur Upptäckargrupp. Charlotte hätte sich aber gern einen anderen Samstag aussuchen können, um mir die Staffette zu überlassen...dank Seminarerfahrung und Leuchtturm ging aber alles gut. Der Tag wurde noch sportlich, wir waren am Nachmittag bowlen mti unserer Mama-Kind-Gruppe und ich lieferte mir ein heißes Duell mit Kevin, witziger Kerl. So habe ich den ganzen Samstag gearbeitet und fiel früh ins Bett, während Claudia glücklich mit ihren Eltern in der Küche saß.

Sjuk...oder einfach krank

Ich bin wirklich stolz auf meine Eltern. Wir skypen. Sehr gut.
Sonst ist, na ja. Eher mittel. Am Montag hatte ich nach dem anstrengenden Wochenende in Gbg zum Glück frei und die Woche fing sehr super an mit einem Brief von Anne, der mal meine Puzzlefähigkeiten gefordert hat :) Gestern war ich dann wieder in der Gemeinde, wir hatten Musikstund mit den Dagis(Kindergarten)kindern " Vi har kommit hit för att sjunga och dansa..." und hinterher war ich noch in der Stadt. Habe mir aber da schon gedacht, ne ist grad nciht so toll. Heute morgen dann wachte ich auf, stand auf und setzte mich gleich wieder hin, denn es drehte sich alles. Bin ich nun also auch ein Opfer der "Influenza", der Grippe hier, geworden und kann nun meinen ersten Krankheitstag verzeichnen. Habe Charlotte angerufen und sie meinte nur wortwörtlich, ich hätte gestern schon wie eine Leiche ausgesehen. Na super :D Also ich liege hier und schlafe und langweile mich und bin krank und bin schon halbtot. Klasse.
Hoffen wir mal, es geht mir morgen wieder besser, denn morgen ist Chorprobe. Geübt wird für das alljährliche Konzer am Luciatag, ganz klassisch mit weißen Kleidchen, Blumenkranz und Kerze in der Hand.
19. November. Uaaah in einem Monat gehts ab nach Hause über Weihnachten.

Dienstag, 16. Dezember 2008

Volontäre...mal nicht in Malmö

Ja wir hatten Schnee!! Nein, hatten wir nicht, das ist Kunstschnee, meine Lieben. Ätsch ;) Ha erwischt...
Was ein tolles Wochenende! Angefangen mit einer tollen Zugfahrt durch das westliche Schweden, direkt an Seen entlang, roten Häuschen und großen Wäldern und das alles in der Morgensonne mit ganz viel Tau und Nebel. Da wachte sogar Claudia, die Reiseschläferin, auf und schaute sich "das richtige Schweden" an. Skane sieht da schon anders aus.
Angekommen in Göteborg, ging es direkt zur Messe, steht ja unten schon mehr darüber. Alles sehr aufregend, plötzlich in einer neuen Stadt und dann auch noch auf so ne Riesenveranstaltung. Sehr lustig war es vor allem durch Nori, ungarische Volontärin. In Helsjön war es immer ein bisschen schwer durch die Sprache, doch mittlerweile spricht sie fließend Englisch, so guut!, labert wie ein Huhn und da kann man dann schon mal über männliche ungarische Freiwillige diskutieren ;)







Nachmittags fuhr Claudia zu Phil, bei dem sie bleiben wollte und ich zu Simone, nach Alingsas, eine Kleinstadt, 40 min entfernt von Göteborg.
Auch diese Bahngleise führten direkt am Wasser entlang, an großen Seen und das war grad die Zeit, als die Sonne unterging, also Göteborg zeigte sich von seiner besten Seite. Am Alingsaser Bahnhof wartete dann endlich Simone auf mich, uhuu großes Wiedersehen :) sehr cool. Wir luden meinen Rucksack ab (merk ich immer wieder, die beste Kaufentscheidung dieses Jahres!) und sie zeigte mir noch ihr kleines Städtchen, Fika natürlich inbegriffen. Alingsas ist eine richtig gemütliche und verwunschene Dorfgemeinde, natürlich auch mit H&M und Ahléns, aber genauso mit kleinen Hinterhofgeschäften und Krimskramsläden, wo Sim und ich unserer beiden Papier- und Stempelleidenschaft entdeckten. Nachdem wir auch noch an ihrem Gemeindehaus und in einer ihrer Kirchen waren, zog es uns nach Hause, wo wir in ihrer kleinen Wohnung im dritten Stock einen ruhigen Abend mit viel Gequatsche, die-neue-Küche-Bestaune, über-gute- und-böse-Kameramänner-Philosophiere, auf-den-neuesten-Stand-Gebringe und Madita und Pims verbrachten. Du bist ganz schön verdreht, Simone!!
Am nächsten Tag fuhr ich wieder früh (zu früh^^) nach Göteborg, Simone in ihre Gemeinde. Am zweiten Tag tauchte dann auf Lukas auf, deutscher Freiwilliger. Ach es war so toll, alle nacheinander wiederzusehen. Ich hatte morgens meine Volontärweste vergessen, doch das erwies sich als gar nciht so schlecht. Nan, unsere Betreuerin, gab mir ein stylishes Svenska-Kyrkan-Tshirt, das ich, oh Wunder, letztendlich behalten durfte. Juchuu mein Kirchenmerchandising wächst :D Kraftstationentasse, Tshirt.....die Sachen sind aber auch echt schön. Na ja wer Geld hat...
Nach der Messe um vier gingen wir in die Innenstadt, kriegten eine kurze Stadtführung von Lukas von Frank's Coffee über Lush, wo ich Lukas ungeahnte hellseherische Fähigkeiten zeigte ;) Schließlich schickte der uns zum Liseberg, dem Tivoli (http://de.wikipedia.org/wiki/Liseberg), er war ncoh nicht richtig in Weihnachtsstimmung. Denn im Liseberg war schon Weihnachtsmarkt :)








So sind Claudia und ich mit ein paar anderen Schweden schon im November neben Eisbahn, Glöggbuden und Lichtergebilden hergelaufen, immer Weihnachtsmusik im Ohr.
Das Gefühl war schon seltsam, so richtig ist der Advent ja noch nciht da, aber der Kunstschnee brachte dann das richtige Feeling *hust* nein das waren eher die ersten Lussekatter, Saffrankringel, furchtbar lecker. Am Ende fuhren wir mti einem Drehturm hoch über Göteborg, tolle Aussicht.
Unseren Weihnachtshunger gestillt, trafen wir uns erneut in der Stadt, diesmal stießen Simone, noch viele andere Schweden und auch Phil und Kilian zu uns, der nachmittags mit dem Bus gekommen war. Und beide waren sehr lustig zu beobachten :D ja so ein bisschen Bier seit vier Uhr nachmittags...War toll mit so einer Riesengruppe, vll 15 Leute durch die Straßen zu streifen, tausend Cafés beiseite zu lassen wegen Platzmangel und dann doch wieder im Frank's zu landen :D So viele Gesichter, seit September nicht gesehen...
Es wurde spät, nicht zuletzt wegen Simone ;), und so wurde das Aufstehen am Samstag noch viel schwerer. Der Tag auf der Messe zog sich in die Länge, doch dank kreativem Filmmusikraten udn Schuhstapeln, die manchem Gewinner sogar einen USB-Stick brachten, wurde es schnell Nachmittag. Danach trafen wir Phil, Simone und Elin in der Stadt, schauten uns erst gegenseitig beim Dösen in nem Café zu und, als dann die Energie zurückkehrte, fuhren wir zu Kajsa und Peter, zwei schwedischen Volontären, die zusammen, wie wir im Getto, wohnen. Ronja war schon da, die anderen kamen und es wurde eine nette Hausparty. Peters Musikquiz, Kekse als Punktestandanzeiger, eine "sehr ausgewogene Ernährung", Sofa bzw. Parlament, Scharade, Musikfestivalen und schließlich Diskussion mit Sim über Musik, die in einer Youtubesession ausartete. Die wurde dann in Alingsas fortgesetzt, nachdem wir uns bis Januar (Helsjön 2.Seminar) von den anderen verabschiedet hatten, Simone zeigte mir Bilder aus Mundelsheim, wir tauschten Musik und Fotos aus und so darf ich behaupten, es wurde 4 Uhr nachts, bis wir beide im Bett lagen und dann auch wirklich die Klappe hielten. Ach herrlich.
Am Sonntag herrschte allgemeine Übereinstimmung NICHT in die Kirche zu gehen (echt nicht normal :D ) und auszuschlafen, nochmal herrlich. Daran schloss sich ein Sonnenspaziergang durch andere Ecken von Alingsas an. Leider nicht zum See, doch zum "Schloss", durch Park und am Fluss entlang,u.a. ein Treffen mit einer joggenden Arbeitskollegin Simones. Ach Sonne und Kälte ist toll.
Dann gab ich schweren Herzens Sim ihre Kamera zurück, die ich mir für die paar Tage ausleihen durfte :) und es ging auf nach Göteborg. Mein Zug ging um drei und Simone wollte ein befreundetes Ehepaar besuchen. Claudia hatte einen anderen Zug und deshalb saß ich dann allein im X2000 und kam vorhin müde, aber mit einem schönen Wochenende im Rücken hier an.
Einfach super alle wiederzusehen, Simones kleine Welt zu sehen, schon mal ein bisschen Weihnachtsduft vorzuscnuppern und einfach mal wieder den Rucksack packen zu dürfen.

Sonntag, 16. November 2008

SCHNEE

Freitag, 14. November 2008

Vill du skriva en fri vykort?

Ganz kurz. Ich sitze grade in einer Lounge, trinke meinen Chokladespresso und esse Kekse. Dies ist der Fikaraum fuer alle Aussteller hier. Und natuerlich alles gratis. Wie auch das Internet hier ;) Heute muss ich hier von 9 bis 13 Uhr arbeiten, mit Claudia, Sandra und Emelie Postkarten verteilen, Bonbons verschenken, tausendmal erzählen, was das Volontäraret (-jahr) ueberhaupt ist und einfach nett aussehen und lächeln. Ist aber sehr spassig, wirklich viele junge Leute hier, die auch echt was ueber die schwedische Kirche hören wollen und die Messe an sich mit den ganzen Unis,Folkhögskolan, Aupairagenturen und sonstigen Ausbildungsinstituten ist auch super interessant. Wenn wir fertig sind und noch auf Lukas warten, der bis 4 arbeitet, schauen Claudia und ich uns das mal in aller Ruhe an. Also anstrengend den ganzen Tag hier zu stehen, aber sehr unterhaltsam (u.a. durch das gratis Postkarten verschicken ;) ) und echt ein gute Gegenleistung fuer ein Wochenende umsonst hier in Göteborg. Jetzt geh ich gleich zum Stand zurueck, lächle noch ein bisschen und gehe dann mit den anderen dreien im Hotel nebenan Lunch essen. Wie gut, dass man Volontär ist ;)
Är du interesserad av volontäraret?

Donnerstag, 13. November 2008

Defitinitv zu früh

So ich sterbe gerade, denn es ist unfassbare 4 Uhr am Morgen und deshalb mal komplett zu früh-
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und werde jetzt gleich zusammen mit Claudia nach Göteborg fahren und die kleine Simone in Alingsas bis Sonntag besuchen.
Ich freu mich und guten Morgen!

Montag, 10. November 2008

Mentorlos

Am Sonntag war ich wieder bei uns in der Kirche, diesmal in einem ganz normalen Gottesdienst. Na ja fast. Es war ein ganz normaler Sonntagsgottesdienst, abgesehen davon, dass es unsere Konfirmanden waren, die Liedzettel verteilt, die Kollekte eingesammelt und beim Abendmahl geholfen haben. Wie aufgeregt manche von ihnen waren...vor der Gemeinde zu agieren hab ich ja schon als Kleinkind gelernt bzw. musste ich lernen. Sehr amüsant.
Nachmittags war ich dann mit Kilian ein weiteres Mal in unserer Kirche, zu einem Orgelkonzert. Wenn ich schon mir keine Rockkonzerte hier angucken kann, weil sie alle erst ab 20 Jahren sind (!!!), dann wenigstens ein bisschen Bach. Ich hab ja ansonsten nichts mit Orgelmusik am Hut, war aber trotzdem sehr nett. Und Kilian hat mal unsere kleine Dorfkirche gesehen und fand sie gut. Sehr heimelig. Und wie das so ist, steht man als Volontär (der eigentlich freiwillig da war und nicht in der Arbeitszeit^^) eine Minute allein herum, muss man gleich Cider ausschenken. Doch Kilian rettete mich und wir flohen zu Claudia, die nach einem Konfirmandenlager übers Wochenende wieder da war, in unsere Wohnung zu Tee und deutschem Lebkuchen.
Heute rief mich, als ich grade die Haustür hinter mir zuzog, Charlotte an, sie sei krank. Aus diesem Grunde war mein heutiger Arbeitstag sehr entspannt. Montags gibt es keine Gruppen, es ist immer nur Bürozeugs angesagt, alles das, was liegen bleibt und natürlich mein allwöchentliches Mentorgespräch, wo wir gucken, ob immer noch alles in Ordnung ist, ob ich was ändern will und wir den Bibeltext für den kommenden Sonntag durchsprechen, damit ich weiß, worum es geht. Das alles gab es dann heute nicht. Ich musste mir meine Aufgaben selber suchen, habe auch genug gefunden, Materialraum aufräumen, mal endlich wieder vernünftig Schwedisch lernen, Fotos aussuchen für n Wandplakat von der Modenschau....aber trotzdem alles sehr relaxed, weil ich mir die Zeit selbst einteilen konnte.
Außerdem hatte ich die Möglichkeit mit Roy, unserem Küster/Hausmeister, an der Kirche mir eine Beerdigung anzugucken. Im großen und ganzen wie bei uns auch. Abgesehen davon, dass der Bestatter und sein Sohn etwas seltsam waren. Der Mann begrüßte mich mit den Worten "Ja ja Deutschland, Deutschland über alles" und grinste frech. Alter da steh ich drüber. Aber trotzdem, n bisschen Intelligenz muss doch auch bei diesem Mann vorhanden sein. Außerdem quatschten beide während der ganzen Anacht und beim Trauerteil hinterher, man konnte sie in der Kirche lachen hören. Sehr unhöflich, meiner Meinung nach. Und Roy regte sich total darüber auf. Das war alles ein bisschen seltsam. Auch die Beerdigung selbst. Wie in Deutschland ist der Sarg vorne aufgebahrt, mit Blumen und Kerzen etc. Doch nach dem Gottesdienst wird die Feier nicht am Grab fortgesetzt, sondern die Trauernden verabschieden sich in der Kirche. Ins Grab selbst setzen dann nur die Bestatter den Sarg, selbst der Pfarrer ist nciht dabei. Irgendwie sehr hektisch das Ganze, so möchte ich mich nicht von einem lieben Menschen verabschieden müssen. Also keine Beerdigung in Schweden, bitte. Am besten gar keine.
Aber das krasseste war, dass voll viel fotografiert wurde. Da war ein Typ, der in aller Ruhe Sarg, Blumen, Kirche und die Trauergemeinde ablichtete. Richtig mit posieren und so. Sehr befremdlich. Scheint nicht immer der Fall zu sein, aber nicht ungewöhnlich. Ne sorry nicht mein Ding.
Ich hoffe, Charlotte geht es morgen wieder gut. Auch wenn alle anderen Angestellten, die natürlich mitbekommen haben, dass ich allein war, sich rührend (zu rührend^^) um mich gesorgt haben. Aber gut, dass auch hinter mir zu haben. Mentor krank, allein auf sich gestellt. Und es ist gut gelaufen.
Noch eine größere Neuigkeit: Ich fahre nächstes Wochenende nach Göteborg! Ja richtig fest weiß ich das auch erst seit Freitag. Dort ist eine Berufsmesse für Schüler und Studenten und die schwedische Kirche präsentiert sich da auch. Und wir Volontäre natürlich live dabei. Und das beste: Ich bezahl mal wieder nichts ;) Und da die Simone mich freundlicherweise aufnimmt, die ich sowieso noch besuchen wollte....es passt alles super. Außerdem kommen Kilian und Claudia auch mit und in Göteborg selbst arbeiten ja fast alle Volontäre aus Helsjön. Und jetzt seh ich sie nächste Woche alle wieder :) ich freu mich tierisch!! Und das so spontan, sehr, sehr gut.
Und jeeetzt.....werde ich zur Post gehen. Ich hab was bekommen und dieses Mal wirklich keine Ahnung von wem das kommen könnte *hust* ;)

Freitag, 7. November 2008

Så som i himmelen

Bei der letzten Konfirmandenstunde hatte ich ein kleines sprachliches Erfolgserlebnis. Aus den Umständen heraus hatte ich kein Gesangbuch zur Hand, in dem hinten das Vater Unser drin steht, als wir dasselbige am Ende beim Nachtgedanken gebetet haben. Also habe ich es auswendig versucht. Und es hat geklappt. Zwar wirklich nur mitsprechen, also so aufsagen geht, glaube ich noch nicht, aber trotzdem. Ich war überrascht, wie selbstverständlich das war. Gut.

Vår fader
du som är i himmelen

Låt ditt namn bli helgat.

Låt ditt rike komma.

Låt din vilja ske,
på jorden så som i himmelen.
Ge oss i dag det bröd vi behöver.

Och förlåt oss våra skulder,

liksom vi har förlåtit dem som står i skuld till oss.

Och utsätt oss inte för prövning,
utan rädda oss från det onda.
Ditt är riket. Din är makten och äran i evighet.

Amen.



Es gibt übrigens zwei schwedische Versionen des Vater Unsers. Die untere ist die ältere, wird jedoch noch fast genau so viel gebetet wie die obere. Hängt vom Pfarrer, Andachtführenden ab. Die ältere ist auch gleichzeitig die Version, die der in anderen Sprachen mehr entspricht. Wird deshalb meistens verwendet, wenn mehrsprachig gebetet wird. Bei uns in Kindergruppen, Andachten und den meisten Gottesdiensten jedoch mehr das jüngere. Welches ich auch schöner finde.

Fader vår, som är i himlen.
Helgat varde ditt namn.
Tillkomme ditt rike.
Ske din vilja,
så som i himlen så ock på jorden.
Vårt dagliga bröd giv oss idag
och förlåt oss våra skulder,
så som ock vi förlåta dem oss skyldiga äro.
Ock inled oss icke i frestelse,
utan fräls oss ifrån ondo.
Ty riket är ditt
och makten och härligheten
i evighet.
Amen.

Kling Glöckchen....

Donnerstag morgen begann leider sehr früh, schon um halb acht, da wir natürlich noch aufräumen mussten, bevor es um neun in die Stadt in die Kraftstationen ging. Dort war das monatliche Treffen der Kinder- und Jugendverantwortlichen aller Gemeinden Malmös. Es war das erste Mal, dass ich bei einer "richtigen" Sitzung dabei war, 2 Stunden lang. Natürlich war irgendwann mein Hirn nicht mehr fähig, einfache schwedische Sätze zu verstehen, doch im Großen und Ganzen habe ich ne Menge mitbekommen. Sowieso scheint es in der letzten Woche (wo ich so gut wie kein schwedisch gesprochen habe^^) klick gemacht zu haben. Auf jeden Fall haben mir in den letzten zwei Tagen so ne Menge Leute wie noch nie unabhängig voneinander gesagt, dass mein Schwedisch sich echt ungwöhnlich schnell verbessert. Ich merk das auch selber, verstehen tu ich mittlerweile so gut wie alles, jedenfalls sinngemäß. Heißt aber jetzt nicht, dass ich schon perfekt Schwedisch spreche.
Der Komplimente nicht genug. Martin hat letzte Woche mal etwas passend auf den Punkt gebracht, er war ja der erste, der mal von außen mich in meiner Gemeinde arbeiten gesehen hat. Einmal scheine ich nicht ganz verloren hier rumzustehen, sondern auch für ihn, der sprachlich nichts versteht, einen vernünftigen Eindruck zu machen. Dann sei Charlotte eine super Mentorin, sage mir immer kurz und knapp, was ich tun solle, aber nicht unbedingt, wie, sondern gehe einfach davon aus, dass ich das schon mache und wenn ich Fragen habe, mich an sie wende. Find ich super so. Haben wirklich mittlerweile ein richtig gutes Verhältnis, sie nimmt mich ernst. Wir haben vor ein paar Tagen mal in einem ruhigen Moment darüber gesprochen, wo ich ihr auch das obige gesagt habe. Sie meinte nur, ja mit dir kann man das auch machen. Ich sei einer der selbstständigsten Volontäre, die sie je hatten, und dass sie gut findet, was ich und wie ich das hier mache. Scheint so was nicht so schnell zu sagen, also ich fands toll :) hört man doch gerne. Scheint wohl schon mal andere Negativbeispiele gehabt zu haben. Ich bin schließlich schon die siebte Freiwillige hier.
Fazit: Ich find meine Arbeit hier toll. Und den Rest auch.
Lena meinte gestern nur, als ich hier mal alles so geschildert habe: "Dir gehts wirklich gut. Wie schön."
Gestern abend war ich beim Chor, dem Magdalenakören. Meine zweite Probe. Sonntag singen sie in der Messe, ich muss leider arbeiten. Reiner Mädelschor (18-40 Jahre) unter der Leitung von Magdalena, der ganz jungen Kantorin in unserer Nachbargemeinde. Sehr schöne, schwedische Lieder, so der Typ Lovsangsmässa, also neue kirchliche Lieder, kein reiner Gospel. Macht sehr viel Spaß. Wirklich toll. Gestern begannen wir auch mit den Liedern für Lucia. Dieser Chor macht an Lucia, dem großen Lichterfest mit der Lichterkönigin Lucia am 13.Dezember, ein großes Konzert. Und Tine ist natürlich dabei ;) ganz traditionell mit weißen Kleidchen, roter Schärpe, Kranz auf dem Kopf und Kerze in der Hand und Einzug am Anfang. Es wurde gestern schon sehr besinnlich und es kam Weihnachtsstimmung auf....freu mich wie ne Christbaumkugel auf den Advent. Außerdem kommen am ersten Advent meine Eltern für ein Wochenende her. Auch sehr schön. I wish you a merry christmas. God Jul.

Donnerstag, 6. November 2008

Fashion mmh......Fashion


Uiiii was war die letzten Tage los!
Seit zwei Wochen schlägt Charlottes Puls etwas schneller und seit gestern wohl gar nicht mehr. Wir haben eine Modevisning, eine Modenschau, für unsere Barngruppe für alleinstehende Mütter mit ihren Kindern veranstaltet. Und veranstaltet ist das richtige Wort. Was Charlotte nicht alles auf die Beine gestellt hat. Hat einen roten Teppich für den "Laufsteg" organisiert. Hat zahlreiche Einladungen geschrieben und verschickt. Hat die "Models" organisiert und instruiert. Hat Werbegeschenke als Abschlusspresent organisiert - Kosmetiktaschen voll mit Proben, Schmuck und nem echt schicken Schal GRATIS von Yves Rocher (50 Stück!!!). Hat die Räumlichkeiten, unseren Gemeindesaal vorbereitet. Hat dafür Blumen, Stoff und anderes Dekozeug gekauft. Hat Plakate malen lassen. Hat teures Essen aus der noblen Fleischerei in Lindängen bestellt. Hat Nachtisch und Beilagen selbst gekauft und zubereitet. Hat für hinterher noch eine Art Kleidertisch organisiert, Tauschmarkt für Kleidungsstücke. Hat drei Zeitungen dazu gebracht was darüber zu schreiben. Und hat dann das Ganze souverän über die Bühne gebracht. Und ich darf mal voller Stolz sagen : Ich habe ihr dabei mehr als geholfen. Ohne Witz, das erste Mal, dass ich sagen kann, da habe ich was mitzureden gehabt. Und ich habe nicht nur die Plakate gemalt (und das nenn ich Arbeit :D ). Zu nem ganz beachtlichen Teil mein Ding das Ganze.
So habe ich die letzten Tage keine ruhige Minute mehr gehabt, da neben den ganzen Vorbereitungen die normalen Gruppen ja wie gewohnt weiter liefen. Doch gestern war der Hammertag schlechthin. Ich habe 11, fast 12 Stunden gearbeitet. Vormittags den Raum vorbereitet, währen Charlotte in der wöchentlichen Personalbesprechung war. Dann eine AllaHelgonGruppe an der Kirche. Mittags gab es ein kleines Buffet mit dem ganzen Staff im Gemeindesaal, Ulla, unsere Husmor und Samordnare, quasi Hausmutter und für das Café verantwortlich, hört auf zu arbeiten. Geht nicht in Pension, sondern denkt sich, ne nicht mehr arbeiten, ich mach mit meinem Mann ne Weltreise. Super. Und mutig. Es gab Wiener Schnitzel ;) und ich habe lange nicht so gut gegessen. Dann nachmittags weiter Stühle stellen, meine Outfits vorbereiten ;) etc. bis die Familien kamen. Dann wurde gegessen und es war wieder so gut. Ich war noch voll vom Mittagessen, aber dieses Kartoffelgratin..."glücklicherweise" kamen zwei Familien nicht, so dass ich abends noch ein großes Fresspaket mit nach Hause nehmen konnte. Und Claudia hat sich auch gefreut.
Bei der "Show" lief alles glatt, ich bin in einer Gruppe mit Astrid, Matilda und Frida gelaufen. 5,8 und 10, blond, schwedisch, toll und fast in jeder Gruppe hier, bei der ich dabei bin. Sehr geile Familie. Alle hatten Spaß, es wurde viel gelacht, die Kinder waren stolz und alle gingen glücklich nach Hause. Charlotte und ich, nachdem alle Geschenke verteilt, alle Lichter aus und alle "Models" wieder zu Hause, dann abends um halb zehn auch.

Von Müdigkeit keine Spur. Mmj na ja. Ok ne Lüge. Todmüde war ich. Doch kaum zu Hause riefen Mara und Lena hier an, dem ein langes, wirsches, lautes und chaotisches Telefongespräch mit diversen Icqgesprächen nebenher folgte, wo ich oft genug einfach ruhig auf meinem Sofa saß und dachte, redet ihr mal, es ist einfach toll euch zu hören.

Lumière du monde

An sich ist die schwedische Kirche evangelisch. Dennoch hat die Svenska Kyrkan sehr viel von der katholischen übernommen, was man zum Beispiel in der Liturgie merkt oder auch bei den Feiertagen. Es ist quasi eine Mischung aus evangelisch und katholisch, die ich persönlich sehr mag. Ansichtssache.
Der Reformationstag wurde gar nicht begangen, dafür ist Allerheiligen hier aber eine Riesensache. Am Samstag hatten wir eine Art Tag der offenen Tür, die Kirche war den ganzen Tag geöffnet, jede Stunde eine kurze Andacht, außerdem mit Kaffe und Kuchen. Das ganze Personal war dort eingesetzt, ich musste glücklicherweise nur 4 Stunden "arbeiten", kam nänlich direkt vom Flughafen und war dementsprechend müde. "Arbeiten" deshalb, weil wir nämlich nichts zu tun hatten. Es waren ja alle, wirklich alle da. Wir waren zu acht im Café, hatten aber nur Arbeit für zwei. Irgendwie nervig, aber an sich auch gut, weil einerseits dadurch wir einfach nette Gespräche geführt und zusammen gesessen haben, aber auch andererseits weil mal niemand im Stress war und so Allerheiligen auch für die Angestellten ein ganz entspannter Feiertag war. Ich konnte mir die Andachten in Ruhe angucken, immer mal wieder über den Friedhof spazieren (es war das erste Mal friergefährlich kalt) und einfach die ganzen Lichter bestaunen. Dies scheint auch der Feiertag zu sein, an dem die ganze Gemeinde über den Tag verteilt, mal in der Kirche zusammen kommt. Insgesamt waren 1600 Leute da in unserer kleinen Kirche, ne Menge. Alle besuchten Gräber, zündeten Lichter an, draußen auf den Gräbern wie auch in der Kirche selbst. Ich bin im Dunkeln nochmal hingegangen und es war wirklich toll anzuschauen, ein Lichtermehr und immer wieder dunkle Gestalten dazwischen. Eine nette Art der Toten zu gedenken. Und wie zutraulich und human strenge Kyrkoherde werden können, wenn ein Junge mit Behinderung von seiner Mama erzählt. Schön.








Besonders im "Minneslund", wörtlich "Erinnerungshain"". Das ist ein Rund vor der Wiese, auf der alle Urnen und Toten begraben sind, die keinen eigenen Grabstein haben. Dort lag alles voller Blumen und Kerzen, wow. In der Mitte des Kreises fliegt ein Schwarm Vögel gen Himmel.
Nun in der Alla Helgona Tid hatten wir zwei Schulgruppen auf dem Friedhof, mit denen wir die Gräber angeschaut haben und den ganzen Friedhof und in der Kirche über den Tod und Gefühle, helle und dunkle, gesprochen haben. Das gleiche auch mit den Konfirmanden, doch natürlich auf höherem Niveau und zugleich hefitger. Doch auch die Kinder haben Fragen gestellt, so super. Das war ne tolle und sehr interessante Sache.
Am Samstag abend hatten wir unsere eigene "Ljusvandring" (Lichterwanderung). Wir waren noch einmal im Slottsparken zum Lichterfest "By light". Wunderbar. Wir waren Claudia und ihre deutsche Freundin Sabrina, Anders, Grit und Kilian, der die beiden Volontäre Marianne und Julia zu Besuch hatte. Also eine richtig große Gruppe. Es war richtig kalt, aber wunderschön. Und sehr witzig, da wir den tollsten Kinderspielplatz der Welt entdeckt haben. Nein wir sind nicht volljährig und leben allein. Nein wir sind nicht erwachsen :D

Alles leuchtet.

Dienstag, 4. November 2008

Ett litet spel om tacksamhet

Bevor ich weiter schreibe, will ich euch den Dialog aus dem Tacksägelsegudtjänst, dem Erntedankgottesdienst, zeigen. Ronja (Catherine) und Emma (Gertrud) sind unterwegs in Malmö und sammeln Danksagungen, wofür die Leute alles danken können, weil Emma dankt, alles ist doof und sie hat nichts, wofür sie danken kann. U.a. treffen sie im Bus nach Rosengard eine deutsche Touristin (ich)mit dem typisch deutschen Namen Hannelore, die auf dem Weg zum Geburtsort von Zlatan Ibrahimovic ist. Und ihn liebt. Und Schweden.

Anmerkung: Ich hab das nicht geschrieben. Made by Catherine ;)

SCEN 4
Pa bussen.

Emma: Där sitter en tjej med karta i handen och kamera runt halsen. Hon maste vara turist. (Da sitzt ein Mädchen mit ner Karte und ner Kamera. Bestimmt eine Touristin.)

De gar fram turisten. (Sie gehen zu ihr hin.)


Emma: Hello. My name is Emma. What is your name?

Hannelore
: Ich bin Hannelore, aus Deutschland.

Ronja: Ah guten Tag! Ich bin Ronja, ein Engelein ohne wingen.

Hannelore: Trefligt. Jag kan faktisch prata lite svenska, jag har gatt en kurs. Jag älskar Sverige! Zlatan! (Wunderbar! Ich kann in der Tat ein bisschen schwedisch sprechen, ich habe einen Kurs gemacht. Ich liebe Sschweden! Zlatan!)

Emma:
Zlatan! Da ska du till Rosengard för att se hans fotbollsplan?
(Zlatan! Bist du auch in Rosengard um sein Fußballstadion zu sehen?)

Hannelore: Ja! Jag älskar Zlatans fotbollsplan! Jag ska ocksa besucha Zlatans mamma. Jag är zo glad! (Ich liebe Zlatans Fußballstadion! Ich werde auch seine Mutter besuchen. Ich bin so glücklich!)

Emma: Ja, du verkar vara en glad och positiv tjej. (Ja du wirkst wirklich wie ein glückliches und positives Mädchen.)
Darf ich mir darauf was einbilden? :D

Ronja: Vet du vad? Vi är ute pa sta'n för att samla tack till Gud. Vad skulle du vilja tacka för?
(Weißt du was? Wir sind unterwegs und sammeln Danksagungen an Gott. Wofür willst du danken?)

Hannelore:
Tacka för? Wunderbare Sverige och Zlatans wunderbara fotboll! Jag älskar Schwerige och Zlatan!
(Dankbar? Wunderbares Schweden und Zlatans wunderbaren Fußball! Ich liebe Schweden und Zlatan!)

Ronja:
Vill du skriva det här pa lappen? Du kan skriva pa tyska om du vill, Gud förstar tyska
ocksa. Dankeschön.
(Willst du das hier aufschreiben? Du kannst auch auf deutsch schreiben, Gott versteht auch deutsch.)

Hannelore skriver. Just da är bussen framme i Rosengard. De stiger av bussen. Hannelore kollar pa kartan efter Zlatans hus. (Hannelore schreibt. Da ist der Bus in Rosengard. Sie steigen aus dem Bus. H. sucht auf der Karte nach Zlatans Haus.)

Hannelore:
Zlatans hus, Zlatans hus...ja wo ist es denn?

Emma och Ronja: Hejda Hannelore, lycka till hos Zlatans mamma!
(Tschüss und viel glück bei Zlatans Mutter!)

Hannelore springer iväg. (H. geht davon.)



Hat Catherine mir da etwa ein kleines Kompliment verpackt? Ich hatte auf jeden Fall meinen Spaß :) jag älskar Sverige!

Samstag, 1. November 2008

Da musste ich erst tausende und abertausende Kilometer fahren…Martinstag









Martin war eine Woche hier. Was alles schief gelaufen ist.
Ich habe Freitag morgen den Bus zum Flughafen verpasst.
Der obligatorische rote Teppich fehlte.
Martin ging es nicht gut, Schlafmangel und Ohrendruck.
Malmö war durch den dicken weißen Nebel nicht zu erkennen.
Ich musste Freitag wie auch Samstag arbeiten und ließ Martin alleine.
Zu spät gekommen zur Jugendmässa in St.Pauli und das tolle Eröffnungslied verpasst.
Die tolle Coverband abends in der Kraftstationen irritiert durch die ganzen verrückt spielenden Emos.
Der Badewannenabfluss war verstopft. Hand in Kanalisation und Duschen keine Chance.









Zeitumstellung vergessen. Der Satz "Sag mal, hast du den Wecker umgestellt?" kam drei Meter vor der Kirche. Und es regnete.
Das Gehackte aus der Tiefkühltruhe schmeckte gut, war es aber wohl nicht mehr.
Es war schon dunkel, als wir zum Strand kamen.
Martin hatte sein Stativ vergessen.
Das Kallbadhuset (Sauna direkt am Meer) war nicht zu betreten.
Man kommt nicht in den Turning Torso hinein. Nicht mal ins Foyer.
Früh aufstehen für einen Busausflug ist doof. Ein Teil der Gruppe kam nicht.
Wenn morgens die Sonne scheint, heißt es nicht, sie macht es um 11 Uhr auch noch.
Beim Chor giggelnde Mädels, so dass man die wirklich schönen Stimmen gar nicht gehört hat.

Der Tivoli in Kopenghagen hatte geschlossen. Und sich einen Mini zu mieten war bei dem Wetter auch sinnlos.
Der Sonnenuntergang am Västra Hamnen verschwand hinter Wolkenbergen.
Zu kalt, um lange im Slottsparken das Lichterfest zu bewundern. Martin hatte die falsche Jacke mit. Im doppelten Sinne.
Für den Waldgeist leider keine Pinnchen da. Und auch keinen Rotwein.
Samstag morgen Bus zum Flughafen verpasst.
Martin fliegt viel zu früh.
Kaum ist er weg, kommt die Sonne raus.










Was alles toll gelaufen ist.

Alles, was schief gelaufen ist.
Martin ist heile angekommen. Hier wie zurück zu Hause.

Seine neue Kamera. Während ich arbeitete, spazierte er fotografierend durch Malmö. Und fand es toll. Was mir mein schlechtes Gewissen nahm.

Musikalischer Gruß von Revive. You have restored me. Als Mp3.

Leckeres Essen am Lilla Torg. Verquatscht und plötzlich mitten im Nachtleben Malmös. Und unser Geld wollten sie auch nicht haben.

Das Wetter. Zu Hause bleiben. Der Regen. Blitze.

Wie im Himmel. Nochmal ein toller Film. Soundtrack?

Meer, Strand und Wind ist immer wieder toll. Auch im Sturm.

„Ich blicke was, was du nicht blickst. Und das ist…“– „Booom."

Tomaten in Plastiktüten.











Sonnenbeschienene Busfahrt mit meiner Upptäckarsgruppe nach Ystad. Spielpalast für die Kinder, Laserzone für alle und Sonnenspaziergang für uns durch die Stadt bis zum Meer. Gratis Kaffee. Und Martin kannte Wallander nicht !?!

Kochabend in der Kraftstationen. Martin wurde gut aufgenommen. Wie geil dieses Fleisch war. Und was mitnehmen konnten wir auch noch.

Kopenhagen. Alles grau, aber Fotoausstellung, leckeres Abendessen und Bummeln durch die Stadt machte wieder alles bunt. Ne Kreuzung kann auch ne Viertelstunde interessant sein.

Cappucino und Schokoladenkugeln am Turning Torso. Lieblingsstelle auf den Holztreppen mit Blick bis nach Dänemark.

„By light“ im Slottsparken. Überall Lichteffekte und angestrahlte Natur. Dazu heißer Tee und ne Decke.









Musik. Dänische Straßenmusiker, Kirchenlieder, Martins Ipod und die geborgte Gitarre. Wenn Martin singt, dreht sogar Claudia das Radio leiser.

Cloud No.9.

Frühstück mit handgegossenem Kaffee, Kraftstationentasse und Knäckebrot.

Männlicher Rat zu Abfluss, Webcam und Internet.

Das Problem mit dem Schlafsack gelöst.

Zu viert hier in der Wohnung kein Problem. Claudia ging es gut mit ihrem Besuch. Die Schlafcouch ist schlafbar. Und mein Bett steht nun am Fenster.

Waldgeist, kaltes Fleisch und Süßigkeiten nachts um halb drei.

Mal wieder jemand, der Waltrop, Deutschland, mich kennt. Unkompliziert. Toll.

Das Beste.




Dazu auch: http://volleblende.de

Donnerstag, 23. Oktober 2008

How to make Kanelbullar

Mach was richtig schwedisches, backe Kanelbullar (Zimtschnecken).
Nimm das Rezept auf der Rückseite der ICA-Mehlpackung. Wirklich gut ;)
Kanelbullarteig ist furchtbar klebrig. Furchtbar.
Habe immer eine Mitbewohnerin im Haus, die dir das Mehl abmessen kann, wenn du deine Hände nicht mehr aus dem Teig bekommst.
Schau, dass du genug Mehl für 1400 ml hast, nicht nur für 140 ml^^
Sonst trainiere deine Fitness beim Joggen zum Supermarkt und zurück, 2kg Mehl in der Hand. Und das am besten bevor die Butter geschmolzen ist.
Zieh keine guten Sachen an. Das Zeug hängt hinterher selbst in deinen Haaren.
„Ein rechteckigen Kuchen“ heißt flach ausrollen.
Der Trick mit der Frischhaltefolie zum Ausrollen klappt hier nicht. Wirklich nicht!! Teig und Folie mögen sich zu sehr…..das Trennen dauert Stunden^^
Habe viel Platz. Viiieeel Platz.
Vergiss Raumspray, Deo o.ä. Der Zimtgeruch überdeckt eh alles.
Vor dem Backen nicht verzweifeln, die Dinger müssen so hässlich aussehen.
Gebacken sehn die Dinger besser aus. Fast wie gekauft. Und so lecker.
Teile sie mit Mitbewohnerin, Mentorin und Sprachkurs. Es freuen sich alle ;)


Kanelbullar (48 Stück)

150g Margarine oder Butter
5 dl Milch
50 g Hefe
½ Teelöffel Salt
1- 1½ dl Zucker
2 Teelöffel Kardamom (gemahlen)
1,4 l Mehl
1 Eigelb
Hagelzucker
Füllung: 50-75g Margarine oder Butter (weich)
1/2 -1 dl Zucker
2 Teelöffel Zimt

Butter schmelzen, Milch dazu, auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.
Hefe in ein wenig von dieser Mischung auflösen.
Rest hinzu, Salz, Zucker, Kardamom und 2/3 vom Mehl hinzu.
Zu glattem Teig verkneten.
Rest des Mehls hinzu, ein dl zurückhalten für die Arbeitsplatte
Zugedeckt 30 min ziehen lassen.
Nochmal auf gemehlter Arbeitsplatte durchkneten.
Teig in zwei Teile teilen, zu Rechteck ausrollen.
Zutaten für Füllung zusammenrühren, auf Rechteck verstreichen.
Rechteck zusammen rollen, Rolle in 24 Stücke teilen.
In Papierformen stellen, Schnittstelle nach oben, Backpapier reicht aber auch (Papierformen erleichtern später den Transport und Langerung).
Zugedeckt 30 min stehen lassen.
Bullen mit Eigelb bepinseln, mit Hagelzucker bestreuen.
Im Ofen bei 250° 5-8 min backen.
Abgedeckt abkühlen lassen.
Schwedisch genießen ;)

Mittwoch, 22. Oktober 2008

Out there in Sollentuna

Doch das war noch nicht Stockholm. Am Bahnhof Elly verabschiedet. Arbeitet auch in Stockholm, im Osten der Stadt. Rucksäcke eingeschlossen. Dann Spaziergang zum Djurgarden. Am Junibacken (Astrid Lindgren Museum, geht dahin mit euren Kindern!!) vorbei, zum Gröna Lund (geschlossen für den Sommer. Äh ja. Sommer. Mir ist verdammt kalt.) bis zum Skansen. Doch nirgendwo rein, da Claudia zum Zug muss. Wir zurück mit der Fähre zum Slussen und zur Centralstationen. Claudia verabschiedet. Debatte, ob abends noch mit Utas Sprachkurs treffen oder nicht. Ne. Nur nach Hause.
Beide müde. Also nach Sollentuna. Einkaufen. Utas wirklich steilen Berg hoch. Im Winter kommt da kein Auto mehr hoch. Und Fahradfahren da hoch kann man auch jetzt schon nicht mehr. Also wirklich steil. Dann in Utas Zimmer. Sehr nett. Parterre vom Haus irgendeines Kommunialpolitikers. Ein Zimmer, Bett, Sofa, Küchenzeile. Dahinter Bad. Mit Sauna. Ja. Sauna. Ja. Ich will auch eine. Mmh. Ja. Zu Abend „diniert“. Sehr lecker. Danach DVD „Sa som i himlen“. Wie im Himmel. Der schwedische Titel ein Zitat aus dem Vater Unser übrigens. Ja ich hatte ich noch nicht gesehen. Schande über mich. Aber jetzt hab ich ihn ja gesehen ;) Sehr schöner Film. Und DER schwedische zur Zeit. Unbedingt mal angucken. Gleich ausgeliehen und mit nach Malmö genommen. Uta will ja irgendwann mal ein Paket kriegen.
Samstag ganz früh aufgestanden. Trotzdem zur Fähre gehetzt. Dort mit Doro, Elly und ihrer deutschen Mitbwohnerin Laura getroffen. Fähre nach Waxholmen. Sonne scheint wie im Sommer. Dort Spaziergang über die Skäreninsel und Picknick direkt am Wasser.











Beste Entscheidung des Wochenendes da rauszufahren. Mit dem Bus zurück. Nachmittags nur noch mit Uta unterwegs. Kurzer Abstecher im Musikmuseum. Als 18jährige lohnt sich auch noch der Besuch eine Stunde vor Schließung. Kommt man ja dann umsonst rein. Mit 18. Husthust. Tolles Museum. Viel selber machen und spielen. Ich will Harfe lernen, Mama. Danach Ratlosigkeit bezüglich der weiteren Gestaltung des Abends. Vll Theater oder Kino. My Fair Lady keine Karten mehr. Zwanzig vor sechs stehen wir vor der Oper. Probieren wirs doch mal hier.











100 Kronen gespart, weil Mutter mit Tochter zu viele Karten hatte. Sind Uta und ich doch glatt dabei. Also Gustav der Dritte. Klassisches Ballett über den Schwedenkönig, der Kultur und Theater nach Schweden gebracht hat und schließlich erschossen wurde. Toll. Wir und die Stockholmer Upper Class. Uta hat sich in den Klarinettisten verliebt. Hinterher Kaffee im Bahnhof. Ja wir übernehmen das Fikagehabe.
Sonntag morgen lange geschlafen. Mittags gefrühstückt. Wetter immer noch toll. Kurzer Spaziergang an Utas See entlang. Wohnt auch in der Sollentunschen Bonzengegend. Typisch schwedisch. Nachmittags zu Utas Gemeinde. Musikfeuerwerk. Viele Chöre, Solisten. Eben viel Musik. Zwar nur kurz da gewesen, doch trotzdem toll. Und mal Utas Arbeitsplatz gesehen. Interessant. Und toll. Dann allein zum Zug. Ne zum Bahnhof. Der Zug kam ja anderthalb Stunden später als erwartet. Und es war kalt auf dem Bahnsteig. Kleiner Hals. Schließlich im Zug die Steckdose an meinem Sitz entdeckt und dann die GilmoreGirlsDVD in meinem Laptoplaufwerk. Juchuu. Da merkt man nicht, dass man schließlich 4 Stundn zu spät in Malmö ankommt. Das heißt doch, denn das heißt 2 Uhr nachts. Nächster Bus geht um 5. Juchu. Also Taxi. Panik, denn nicht mehr viel Geld im Portmonnä (ich darf das so schreiben, ich bin in Schweden). Geldautomat ganz weit weg. Taxifahrer gefragt. 59 SEK. Am ersten Tag hier in Malmö hab ich 200 bezahlt. Ok ab nach Hause. Also doch alles nicht so schlimm. Zu Hause warten eine Karte von meine Eltern aus der Toskana, ein Brief von Anne und einer von Familie Jürgens. Da geht doch alles gleich leichter. Und der Ben hängt jetzt am Kühlschrank.
Tolles Wochenende. Danke, Uta :)

S to the Tockholm

Montag. Claudia und ich viereinhalb Stunden Zugfahrt, nichts besonderes. Dann Erkenntnis, nicht dran gedacht, VORHER rauszufinden, wo wir genau hinmüssen. Dank Kilian am Telefon dann jedoch glücklich um halb zehn auf Lidingö in der Folkhögskola. Ein 12Bettzimmer zu sechst. Schön mal wieder in nem Doppelbett allein zu schlafen. War mir gar nicht bewusst, wie schmal mein Bett in Malmö ist. Auf einem Zimmer mit den Deutschen Kathi und Saskia, zur Zeit in Amal. Zusammen mitgebrachte Butterbrote verspeist. Außerdem auch auf Zimmer 515 Chiara, Italienerin, auch aus Amal.









Dienstag. Lang schlafen, da Programm erst mittags beginnt. Tolles Frühstück im Restaurant. Folkhögskola ist gleichzeitig ein Hotel. Und gegessen wird im „Restaurant Paul Petter“. Frische Ananas, Preiselbeersaft und Ei. Ja damit kann man leben. Infomappe des Hotels mit Tagesablauf, Zimmerschlüssel und Marabouschokolade. Mmh. Spaziergang mit Kathi und Saskia in den Wäldern rund um die Folkhögskola. Sonne scheint und alles ist voller bunter Herbstfarben. Sehr schön. Programmbeginn mit dem Mittagessen. Ankunft von Doro und Uta, den anderen beiden Deutschen der Schwedischen Kirche. Die wir schon kennen. Freudiges Wiedersehen. Treffen im Seminarraum mit allen 18 Türken, Norwegern, Finnen, Russen, Tschechen, Ungarn,Franzosen, Italienern und Deutschen. Deutschland mit 7 Vertretern mächtig in der Überzahl. Und mit Daniel [doniel] , Lehrer an der Folkhögskola. Keine immergleichen Kennenlernspiele komischerweise, sondern gleich raus auf die Wiese. Gruppendynamikspiele auf Baumstamm und Rasen. Auch schon bekannt, aber doch recht lustig. Besonders, wenn die Anweisung kommt, nun ohne Kommunikation. Kein Reden, keine Grimassen, kein Zeigen. Da wird man auch als alter Seminarhase noch gefordert. Nächste Überraschung: 17 Uhr Schluss. Nicht bis 21 Uhr o.ä.Auch angenehm. Middag (Abendessen).

Dabei kurz noch Anna getroffen. Unsere Koordinatorin der schwedischen Kirche in Uppsala. Und die Anna, die auch in Helsjön mit dabei war. Für einen Tag zufällig auch in Lidingö. Nett, sie mal wiederzusehen. Wenn auch nur kurz. Danach einige direkt rein nach Stockholm. Ca. 45 min entfernt. Ich jedoch nicht. Mit einigen Mädels in die Bastu. Die hauseigene Sauna. Nehmen ja alles mit, was sich bietet. Sehr toll. Ich stand ganz vorn, als wir reserviert haben. Deshalb mein Name auf dem Zettel.

Mittwoch. Vormittags Porgrammpunkt „Sweden & the Swedes“ mit Conny. Das ist ein Mann. Der uns auch die Sauna reserviert hat. Nur mal so. Haben alle hier mehrere Jobs anscheinend. Gruppeneinteilung und Infozettelausgabe. Mit Eldrin bzw. Elly (Norwegen), Esin (Türkei) und Kristin (Deutschland) „A year in Sweden“. Feiertage, Ferientermine, Sitten, Gebräuche und No-Gos. Kurze Besprechung. Hektisches Mittagessen. Alle rennen zum Bus. 13 Uhr Termin in der National Agency for Youth Affairs. Unsere Anlaufstelle in Schweden für das EVS. Nur die Jungs kommen zu spät. Vortrag von Pontus Blablabla über den EVS. Aber auch Auskunft, ob der Gröna Lund aufhat, über den schwedischen Grand Prix und über Nachtclubs in Stockholm. Also eigentlich ganz locker und nett. Als Schlusspunkt kriegen wir sogar tolle Tshirts. Von „Jung und aktiv in Europa“. Nehme mir ein blaugelbes. Bin ja schließlich in Schweden. Und so hässlich sind die gar nicht. Geht echt. Aber wofür die Schweden mal wieder Geld übrig haben. Unfassbar. Danach freie Zeit in Stockholm. Unterwegs mit Uta, Doro und Claudia. Und Elly und Andras aus Ungarn und Guillaume aus Frankreich. Zunächst Stadtmuseum. Dann Gamla Stan natürlich. Schloss von außen. Storkyrka. War ja wirklich schon ein paar Mal in Stockholm. Im Sommer wie Winter. Aber trotzdem. Ist alles immer wieder toll. Ich mag Stockholm. Nur das erste Mal richtig kalt. Viele tolle Fotos entstanden. Und in Andenken an Kilian und Simone natürlich auch ein Trollfoto.

Donnerstag. Ikeahochbetten quietschen. Deshalb nach Chiara auch Doro nach unten gezogen. Ich aber immer noch allein in meinem Doppelbett. Claudia bewegt sich anscheinend nicht so viel. Alle schlecht geschlafen. Ein Typ ließ uns nicht in Ruhe. Klopfte die ganze Zeit. Bis Chiara ein Machtwort schrie, Verzeihung, sprach.















Vormittags Präsentation der Gruppenarbeiten. Jeder 45 min. Geschichtsgruppe mit dem schwierigsten Thema hält sich tapfer. Dann wir. Eine Kreis an die Tafel. Am Kirchenjahr orientiert. Geht schnell. Dann “How to behave like a real Swede when you are invited for Dinner“. Kleines Theaterstück. Ratet, wer diejenige war, die als Gast in jades Fettnäpfchen tritt und von den Zuschauern korrigiert wird. War ok. Danach. Kultur, Literatur etc. Abba. Ingmar Bergmann. Astrid Lindgren. Auch gut. „Interviews“ mit den Berühmtheiten. Zum Schluss ein Quiz. Sverige är fantastikst. Die Natur. Wir verlieren „knapp“ gegen die Wikinger. Äh die Geschichtsgruppe. Hatten dafür den besten Teamgeist. Der ganze Vormittag nicht so langweilig wie erwartet. Alle haben sich viel Mühe gegeben. Lunch. Nachmittags High Rope Course im Wald. Kleiner Hochseilgarten. 4 Stationen mit zwei Seilen, Baumstamm und dünnen Stahlseil. 7-9 Meter. Für manche nichts Großes, für andere doch. Ich hatte Spaß. Vor allem Spaß am fallen. Doch so dumm angestellt hab ich mich nicht, wies klingt. Macht nur Spaß die Sicherheitsvorkehrungen auch wirklich auszunutzen, was Uta? ;) Alle danach sehr durchgefroren. Abends noch mal Sauna mit Elly und Claudia. Danach alle wieder aufgewärmt. Wie kommts. Es wird spät mit Kristin, Guillaume und Andras unten im Foyer. Mal wieder zu wenig Schlaf.

Freitag. To be a volunteer. Das erste Mal nur rumsitzen und zuhören. Aber geht schnell. Fotos tauschen mit Doro und Andras. Ich brauche unbedingt ne neue Kamera. Wenn ich so die Fotos der anderen sehe. Weihnachten kommt. Abschlussrunde. Auswertungsbogen und das allseits bekannte (bisher auf jedem Seminar gemacht) Postkarte aussuchen. Zur Situation, zum Seminar, zum Gefühl, zum Jahr. Deshalb bleibts immer spannend. Man weiß nie, welches Thema kommt. Na ja oder so ähnlich. Diesmal zum Seminar. Äh ja. Ein letztes Mal das tolle Essen im Restaurant. Zur Feier des Tages mit leckeren Gille-Keksen. Uta und ich kaufen uns eins von den tollen Rosinenbroten. Wir müssen nachher ja sowieso einkaufen. Zum Bahnhof mit Claudia, Uta und Elly. Das war das Seminar Lidingö.

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Montag, 13. Oktober 2008

Seminar in Schwedens Hauptstadt

Nachdem ich gestern erfolgreich als Hannelore, die deutsche Touristin, gepunktet habe ;) steht jetzt mein fertig gepackter Rucksack mal wieder vor mir. Claudia und ich werden gleich um 15.14 in den Zug steigen nehmen und werden auf der Insel Lidingö bei Stockholm 4 wunderbare Seminartage vom schwedischen EVS verbringen. Ach wie schön, mal wieder Seminar^^ aber ein Besuch in der Stadt ist bestimmt auch mal drin....und ich habe zusätzlich allen Grund zur Freude, weil ich nämlich das Wochenende bei Uta, einer deutschen Volontärin in einer Gemeinde in Stockholm, bleiben kann. Kilian und Simone haben dieses Seminar schon vor drei Wochen besucht und haben uns schon vorgewarnt. Aber trotz schon mehrfach gehörter Seminarinhalte (unser viertes Wilkommensseminar^^) trifft man wieder neue Leute und sieht nebenbei das schöne Stockholm...ich versuche meine Motivation aufrecht zu erhalten ;)
Ich werde meinen Laptop mitnehmen (laut Kilian gibts da offenes Netz) und bin so empfänglich für diverse HardRockCafé-Bestellungen oder sonstige Neuigkeiten ;)
Und so sage ich Malmö Adjö, wir sehen uns Sonntag abend.

Samstag, 11. Oktober 2008

Heja Sverige!!!

Heute war wieder, wie nun jeden zweiten Samstag, Uptäckargrupp am Vormittag. Und doch wieder nicht wie immer. Denn heute waren Martin und John zu Gast, zwei junge selbstständige Theaterpädagogen, die zwei Einheiten (beim nächsten Mal also auch) zum Thema Theater spielen mit der Gruppe machen. Und es war so lustig. Es fing mit einfachen Vorstellungsspielen, wo das Spielen nur im Hintergrund miteinfloss (wie z.Bsp. für alle Helsjön-Buddys das Autotrampermitnehmspiel) bis am Ende komplette Szenen gespielt wurden. Wohlgemerkt mit 8-12jährigen Kindern. Erstaunlich, was da alles an Talenten zu Tage tritt.
Ein Highlight war "die Maschine": Die Gruppe ist geteilt in Zuschauer und Akteure. Den Akteuren wird ein Thema vorgegeben wie "gespenstischer Wald" oder "Gangstastadt". Dann treten alle Akteure nacheinander einzeln auf die Bühne und formen einen Gegenstand, machen ein Geräusch oder üben eine Tätigkeit aus, die zum Thema passt, bleiben auf der Bühne und wiederholen diese immer wieder. Im "gespenstischen Wald" z.Bsp. ist jemand ein Baum, der im Wind rauscht. Jemand ist ein Uhu, der in diesem Baum sitzt. Jemand lacht unheimlich. Oder rennt einfach schreiend zwischen den "Bäumen" umher. Und so formt sich nach und nach eine ganze Szene, in der immer mehr Geräusche und Bewegungen ein ganzes Bild ergeben. Sehr super. Und manchmal passt es sogar, dass man zu zweit etwas macht und man sich einfach den anderen anpasst. Wie der Uhu im Baum. Oder in der "Gangstastadt" schoss Johanna einfach nur in die Luft, bis Nadia anfing, sich immer in ihre Schusslinie zu werfen und dabei laut aufzuschreien. Wohlgemerkt, das passiert dann vll 30 mal oder so. Sehr witzig. Wenn alle auf der Bühne sind, geht der Letzte nach kurzer Zeit wieder als erste runter, bis nur noch der Erste vom Anfang wieder allein auf der Bühne steht und sein Ding allein macht. Wie Martin als umherfahrendes Polizeiauto mit Lautsprecher "Wir brauchen Verstärkung" in der "Gangstastadt". Toll anzusehen, aber auch selbst zu machen.

Nachmittags war Thematag "Skapelsen" (Schöpfung) für die Konfirmanden. Deshalb war es heute ein verdammt langer Tag, von 9 bis 18 Uhr. Das hieß sehr viel still sitzen und zuhören, war aber interessanter, als ich dachte. Einen kleinen Schreck bekam ich dann, als Catherine, die Jugendpfarrerin, mich in der Pause beiseite nahm und fragte, ob ich heute nicht die Abendandacht machen möchte. Nach jedem Treffen mit den Konfirmanden gibt es nämlich eine kleine Andacht in der gemeindehauseigenen Kapelle. Lied - Bibelvers- drei, vier Sätze dazu - Lied von CD - Vater Unser - Segen - Lied. Also nciht viel. Trotzdem bekam ich erstmal kalte Füße, da ich eigentlich damit gerechnet hatte, das erst in zwei Wochen zu machen. Da sieht man mal wieder, was für ein Vorteil es ist, dass ich nur 50 m entfernt wohne und so bin ich schnell nach Haus gelaufen, habe ein Lied ausgesucht und im Internet eine passende Bibelstelle gesucht.
Catherine suchte zwei Lieder zum Thema Wege und Irrwege aus, deshalb habe ich als Bibelvers dann den Psalm 139, 23-24 genommen.
Zum Vergleich auf schwedisch:

Rannsaka mig, Gud, och känn mina tankar,
pröva mig och känn min oro,
se om min väg för bort fran dig,
och led mig pa den eviga vägen.

Davon habe ich in meinen 3-4 Sätzen übergeleitet auf Jemery Camp, was irgendwie passte, denn natürlich war das CD-Lied, was ich ausgewählt habe, eins vom ihm und, wie könnte es besser zum Tagesthema "Schöpfung" passen, "What a wonderful maker".
(
http://www.youtube.com/watch?v=KpgapAeSzLU)
Das ganze kam gut an, glaube ich. War ja nichts großes, aber trotzdem. Puh erste Reifeprüfung bestanden.


Abends kam Kilian zu uns und nach hektischer Sendersuche schauten wir dann zusammen Schweden gegen Portugal, natürlich komplett ausstaffiert ;) und im Live-Ticker auf dem Laptop Deutschland - Russland. Die Schweden habens zwar nciht so recht hingekriegt, doch.....HEJA Sverige!!












Doch morgen steht schon die nächste Bewährungsprobe an. Morgens werde ich mir mal den Madgalenachor der S:t Matteus Gemeinde im Gottesdienst anschauen, der Chor, in dem ich vll bald mitsingen kann. Wenn er mir gefällt ;) Doch nachmittags ist bei uns im Gemeindehaus Tacksägelsegudtjänst, Familien- und Erntedankgottesdienst. Darin gibt es eine kleine Spielszene, wo zwei Engel (Catherine und Gertrud) druch Malmö laufen und verschiedene Leute fragen, wofür sie danken können. U.a. eine alte Dame (Karin, die Kantorin), einen Bettler (Charlotte) und.....eine deutsche Touristin namens Hannelore, die auf dem Weg zu Zlattans (das Idol des Malmöschen Fußballs) Geburtsort ist. Und jetzt dürft ihr dreimal raten, wer die spielen darf. Na ja rätselt mal weiter, ich muss jetzt Text lernen. Gute Nacht ;)

Pripps Bla

Die letzte Woche war verdammt ruhig, da ich wegen dem Sprachkurs immer nur morgens gearbeitet habe, wo alle nur Bürokram machen und für den Volontär auch nicht viel Arbeit anfällt, da alle Gruppen erst nachmittags sind. Das hieß aber gleichzeitig immer früh aufstehen ;)
Donnerstag gab es dann doch noch was besonderes und zwar hatten wir ein Theater für Kinder, Barnteater, zu Gast. In zwei Gruppen kamen jeweils 30 Kinder aus Tagesstätten und Kindergärten aus der Umgebung, um sich das Einfrauspektakl über die Schöpfungsgeschichte anzuschauen. Es wurde die Schöpfungsgeschichte anhand von Handpuppen und einer kleinen Bühne erzählt. Ganz nett anzuschauen und sehr clever gemacht. Da hieß es für mich trotzdem nur sehr entspannt Saft (heißt hier Wasser mit Fruchtkonzentrat, normaler Saft wird Juice genannt) anrühren und Kekse bereitstellen und dem ganzen von hinten zuschauen.

Nachmittags war ich dann in der Kraftstationen beim Kraftkören. Nils, dort arbeitend und eigentlich Musikpädagoge, wollte einen Chor gründen und wir haben uns bei meinem ersten Besuch dort darüber unterhalten, wobei er mich fragte, ob ich ihm nicht ein bisschen helfen wollte. Klar, singen geht ja immer. Letzte Woche zum ersten Mal Probe, diesmal also schon die zweite. Und Chor heißt hier soviel wie zusammensitzen und ganz langsam an rythmisches, geordnetes Zusammensingen bei Liedern wie "Don't worry be happy" oder "Another brick in the wall" gewöhnen. Macht aber viel Spaß, denn die 8-10 Jugendlichen mit Haarfarben von pink bis knallgelb trauen sich auch richtig zu singen und sind voll bei der Sache.

Freitag hatte ich frei. Hab den Vormittag dennoch kaum verschlafen, sondern habe mit Martin geskyped (Ich bei Skype: TineDruba). Und es steht fest, er kommt mich besuchen! Juchuuu! Und zwar schon in zwei Wochen am 24. bis zum 1.November, d.h. eine ganze Woche. Das wird ein Spaß...habe deshalb letzte Woche meinen ersten Urlaubstag beantragt ;) ich freue mich. Mein erster Besuch. So toll.
Er musste dann arbeiten, doch wir haben noch etwas über Icq geschrieben. Da habe ich auch diesen Gruß durch die Webcam bekommen ;) und einmal winken zum Abschied. Martin arbeitet als Kameramann beim Sender Giga und dort kann man jederzeit das ganze Aufnahmestudio durch Webcams beobachten.










Abends war ich mit Kilian und Claudia im Dunkeln am Meer. Wieder an "unserer" Treppe am Västra Hamnen, die bis zum Wass er runterreicht. Toll dort. Auch abends, wir wir jetzt wissen. Zu diesem Anlass haben wir dann mit Herzklopfen unser erstes schwedisches Bier (= öl) gekauft. In Schweden gibt es Alkohol nur im Systembolaget, einem eigenen Geschäft, zu kaufen und das erst ab 20 Jahren. Im Supermart gibt es nur Leichtbier, also bis 3,5% Alkohol. Ok wir haben also unser erstes schwedisches "Lättöl" gekauft.
Herrlich nachts am Wasser zu sitzen mit Keksen und Pripps Bla, Ekologisk Öl und Skanska Öl. Kaktus-Limetten-Cider schmeckt wie das Turtles-Eis aus der Kindheit und deshalb gut. Und 4 Halbliterdosen passen genau in eine Gille-Kekspackung. Gut für die Tarnung im Bus ;)

Montag, 6. Oktober 2008

Wechselwetter

Gestern morgen in Lund. Gestern nachmittag im Bett. Gestern morgen Sturm und Regen. Gestern abend der schönste wolkenfreie Sonnenuntergang seit ich hier bin. Wo ist der Fehler??
In der Tat mussten Grit und ich uns gestern morgen Naturgewalten entgegensetzen, die mit normalen Regen und Wind ncihts mehr zu tun hatten. Trotzdem fuhren wir in lila Zügen nach Lund in den Gottesdienst. Die Domkyrka ist echt sehr schön, viel Stein und sehr schlicht, ohne viel Gold und der Altar befindet sich auf einer anderen Ebene leicht erhöht.
Der Gottesdienst war halb auf schwedisch, halb auf deutsch. Alle Liturgie wurde in beiden Sprachen gesprochen, die Predigt wurde von einem deutschen Pfarrer gehalten, wurde an die schwedischen Besucher jedoch übersetzt auf Papier ausgegeben und auch die Lieder waren gleichmäßig aufgeteilt. Eins in schwedisch, eins auf deutsch und zwei, die in beiden Sprachen gesungen werden konnten. Lobe den Herren gibt es also auch in Schweden. Interessant, wenn in der ganzen Kirche schwedische und deutsche Worte durcheinander wirbeln. Das ist mal angenehme und gelungene Interkulturalität. Auch der "in Kirchendingen ungeübten" Grit hat es sehr gefallen. Doch aus der Kirche raus, fing uns der Sturm wieder ein. Daraufhin beschlossen wir, man müsste auf jeden Fall an einem Sonnentag noch einmal ins gemütliche Studentenstätdchen Lund, 15 min von Malmö entfernt, kommen, suchten Nahrung bei Subway und fuhren dann wieder nach Malmö, wo Grit zu ihren beiden kleinen Jungs babysitten musste.
Ich hab, wie gesagt, den Nachmittag zu Haus verbracht und dabei die schöne Sonne verpasst. Heute war auch wieder super gutes Wetter und Frühlingstemperaturen, doch Mittwoch solls wieder doof werden.

Oh Mann das hätte ich fast vergessen. Ingrid, circa 60 Jahre alt, hilft bei uns in der Gemeinde sehr viel ehrenamtlich mit und gibt mir quasi einmal in der Woche eine inoffizielle Schwedischstunde. Einfach unterhalten und schwedisch sprechen üben. Ach ne Skanska. Den südlichen Dialekt, den alle anderen Schweden nur mit verzogenem Gesicht als "Halskratzen" betrachten. Aber darum komme ich wohl hier im tiefsten Skane (Schonen) nicht herum ;)Echt nett und sehr nützlich übrigens.
Also, Ingrid lieh Claudia und mir ihr Fahrrad übers Wochenende, da sie selber in Stockholm war. War echt freundlich und voll super, zum einen gestaltete sich das Einkaufen einfacher, aber auch Malmö auf dem Fahrrad zu erkunden, eröffnet einem schöne Ecken. Dann wollte ich es heute morgen zurückbringen, ging in den Fahrradkeller....gone. Geklaut. Abgeschlossen mit zwei Schlössern in einem abgeschlossenen Raum. Weg. Ich Panik gekriegt, ins Gemeindehaus gelaufen. Doch Charlotte (und auch Ingrid später) zuckten nur mit den Schultern, ja passiert halt. In Malmö werden die meisten Fahrräder in ganz Schweden geklaut, erklärte man mir. Wär nichts ungewöhnlich. Dann wurde ich "getröstet", es sei nicht meine Schuld, einmal gelächelt und die Versicherung angerufen und alles war wieder gut. Ein doofes Gefühl blieb dennoch, das erste Mal ein Fahrrad hier und dann noch geliehen und dann geklaut. Typisch, dass das mal wieder mir passiert ist. Aber Charlotte will jetzt für 500 Kronen einen extra Raum bei uns im Gebäude für mein eigenes Fahrrad, das ich bald bekommen soll, mieten. Doch besser das Fahrrad, als dass ich einen Unfall gehabt hätte damit, wie Ingrid meinte. Stimmt ja. Aber trotzdem doof.

Samstag, 4. Oktober 2008

Erstes komplett freies Wochenende

Hey die Sonne scheint wieder. Na ja ein bisschen jedenfalls. Gestern kam ein Paket von meinen Eltern. So toll, Post zu bekommen und es war so ein riesen Ding, alterfalter. Ich war zusammen mit Charlotte bei der Post und als wir das Ding sahen, gingen wir rückwärts wieder raus und kamen mit dem Auto wieder, um es zu holen. Nun habe ich meinen Rucksack für das Stockholmseminar wieder, Klamotten für den Winter, Süßigkeiten bis zum Abwinken, mal wieder vernünftige Bücher (!!!), meinen Schlafsack hier (Schlafbesuch^^), ein ganz bestimmtes Kissen ;), eine Heimwehbox (die ich noch nicht hätte gebrauchen können) und ganz viel anderes Kleinzeug. Sehr schön. Wie toll so was auszupacken….nur das unbedingt gebrauchte Kochbuch war nicht dabei. Und das brauch ich doch so, ich Küchenniete ;)

Claudia geht’s heute nicht so gut, deshalb bleibt sie zu Haus, doch ich treffe mich nachher mit Grit aus dem Sprachkurs und Anders und evtl Kilian, der deutschen Besuch hat, in der Stadt, um mal die Kinos (schwed.: Bio) hier zu begutachten, ob sie heute für die Abendgestaltung zu gebrauchen sind….sonst landen wir in irgendeinem Cafe oder Pub. Hihi das erste Mal Nightlife in Malmö.

Morgen fahren Grit und ich auf jeden Fall, vll mit den Jungs, nach Lund. Morgens ist da ein Gottesdienst mit Beteiligung der deutschen Kirchenprovinz Sachsen, die ihre 25jährige Partnerschaft mit der Kirche Lunds in einem Festwochenende mit 80 deutschen Gesandten und eben einem Festgottesdienst am Sonntag begeht. Das gucken wir uns mal an. Und sehen dabei noch die berühmte Domkyrka in Lund und schauen uns die Stadt auch gleichzeitig noch ein bisschen an am Nachmittag. Die Wettervorhersage ist bescheiden, doch das hält uns ja nicht auf.

Skanemässan



Heute war kein normaler Arbeitstag, denn ich habe Charlotte auf die Skanemässan begleitet. Einmal im Jahr findet diese in den großen Messehallen direkt am Turning Torso statt und hat auch eine Barnens Värld, eine Kinderwelt, wo die schwedische Kirche einen Stand hat. So habe ich mit Charlotte und Carina und Alexandra, zwei Vertreterinnen der Kirche Landskrona, 5 Stunden lang, kleinen Kindern Tattos auf die Hände gemacht, Engel verteilt und Gebetskarten verteilt. Ja genau die wunderschönen Engel, die ich in den letzten zwei Wochen und in den letzten Tagen fast die gesamte Belegschaft im Gemeindehaus in jeder Kaffeepause ausgeschnitten hat. Es war unfassbar anstrengend, den ganzen Tag zu stehen, doch da ich meine Volontärweste trug, habe ich viele interessante, wenn auch kurze (Sprache^^) Gespräche über das Volontäraret, das Volontärjahr an sich, geführt. Zwischendurch hatte ich immer mal wieder frei und konnte mir den Rest der Halle angucken mit Ständen mit Kleidung, Kosemtikartikeln, Essen, Swimming Pools, Süßigkeiten, Accessoires, Kerzen, Schmuck, Hygieneartikeln etc. usw. und so fort. Ich habe trotz der guten Preise nichts gekauft, musste jedoch ncihts zu essen kaufen, weil man überall probieren konnte, und ging dann mit massig Gratisproben und u.a. gratis Spaghetti vom ICA-Stand nach Hause, die dann mein Abendessen wurden. Grattis halt ne ;)

Es war mal etwas anderes und so viele süße Kinder auf einem Haufen sind ja immer toll. Abends war dann allerdings Schicht im Schacht und ich verbrachte den Abend ruhig mit den Gilmore Girls. Dean…




Mittwoch, 1. Oktober 2008

Gutes Geld für eine verregnete, frisch gewaschene Fleeceweste in der vervollständigten Wohnung

Ich bin reich. Na ja so halb. Zwischenzeitlich waren nur noch 2 Kronen in meinem Portemonnaie. Bis ich dann die zehn Meter zur Swedbank gegangen bin und dort glücklicherweise und erwartungsgemäß mein erstes Gehalt auf dem Kontoutdrag (-auszug) stand. Toll. Ich bin reich.

Claudia schläft nicht mehr auf dem Boden. Nachdem uns der zuständige SvenskaKyrkanTyp in Lund dreimal (!!!) falsche Schrauben für die Beine von ihrem Bett geschickt hat, schraubt sie jetzt grad das vierte Bein erfolgreich dran. Vielleicht gehts dann ja auch endlich mit ihrer Erkältung bergauf. Hab ich schon von den endlich gekommenen Raumtrennern erzählt? Sie hat nun auch ein bisschen Privatsphäre hinter schlichten, rustikalen Holzwänden. Aber das ist ok. Allerdings reichen zwei Wände. Braucht wer unsern dritten Raumtrenner? (Außer Kilian ;) )

Und ich bin fähig allein zu leben. Also wir, Claudia und ich. Denn wir haben heute gewaschen ohne rosa gefärbte, eigentlich weiße Wäsche und alles hat seine alte Größe behalten. Nachdem wir die erste Waschzeit letzte Woche mal gekonnt verschlafen haben. Wir müssen uns im Keller mit einem Schloss in einer Tabelle eine von drei Waschzeiten pro Tag sichern. Das heißt man muss meistens eine Woche vorher planen, wann man waschen will. Aber heute hat alles geklappt, nachdem auch Charlotte etwas verwirrt angesichts der uralten Ungetümen an Waschmaschinen war. Und unsere Wohnung ist jetzt bunt, denn der typisch schwedische Trockenraum mit Lufterwärmmaschine hat irgendwie auch nach 3 Stunden nicht alles getrocknet und jetzt hängt hier noch ein bisschen was rum. Aber wir haben gewaschen. Juchu.

Und es regnet. Nein, es schüttet aus Eimern. Wie in ganz Schweden, wie ich so in den Blogs der anderen lese. Na das verbindet doch ;) ist übrigens der erste richtige Regen hier für uns. Endlich kann ich stolz meine froschgrüne SvenskaKyrkan-Regenjacke und den schicken schwarzen SvenskaKyrkan-Regenschirm benutzen. Der ist aber echt toll. Und es hat sich gelohnt, meine Gummistiefel in den Koffer zu packen. Fützen springen auf dem Weg zum Supermarkt
Und ich gehöre ab heute zu den Volontären, die auch zeigen können, dass sie welche sind . Denn heute kam in meiner Gemeinde meine Fleeceweste vom Volontäraret (Volontärjahr) an, die wir in Helsjön geschenkt bekommen haben. Meine war jedoch zu groß und nun haben sie meine richtige nachgeschickt. Endlich. Sie ist toll. Simone, ich hab jetzt auch eine ;)

Montag, 29. September 2008

Jag kommer ocksa fran Tyskland.

Heute hatten wir die erste Sprachkursstunde. Claudia und ich besuchen denselben Kurs in der Folksuniversitet in der Stadt, einen Intensivstkurs A1, d.h. Anfänger, vier Tage die Woche, 4 Wochen lang, von 13 bis 15 Uhr 30. Und heute begann dieser Kurs.
Es ist eine Gruppe von 10 Leuten unter der Obhut von Liselotte Lindström, einer blonden, energischen Schweden, Christina sehr ähnlich meiner Schwedischlehrerin in Deutschland. Die Gruppe hat alle typischen Klischees: Den Manager aus England, den Fluglotsen aus Frankreich, der jetzt in Sturup, Malmös Flughafen arbeitet, die Oma aus Portugal, nun bei ihrer schwedischen Tochter und ihrem Enkelkind, die alles dreimal nachfragt, die Vietnamesin, die nichts und gar nichts versteht, die stille Polin, die leis und schüchtern anwortet, den stylishen Thailänder, der Schwedisch studiert und den türkischen Spaßvogel, der Liselott und uns drei deutschen Mädels schöne Augen macht. Ja genau drei deutsche Mädels. Denn wir haben Louise, nein, sie heißt ja Grit kennen gelernt. Endlich mal jemand Neues ;) Sie kommt aus Rostock und macht ein Aupair in einer schwerreichen schwedischen Familie mit zwei Jungs (2 und 4), ist seit einer Woche in Schweden und ist endlich froh, jemandem in ihrem Alter zu treffen, zudem noch deutsch. Sie saß direkt schon neben uns und wird nun sicher öfters mit uns Malmö unsicher machen.
Natürlich war heute die erste Stunde voll von Wochentagen, Fragen, woher man kommt, wie man heißt, was man tut, Zahlen und dem Alphabet und Rantasten. Kennt man schon irgendwoher, aber ist auf jeden Fall nciht schlecht, nochmals alles von Beginn und vernünftig zu lernen. Also in vier Wochen kann ich perfekt schwedisch. Macht euch drauf gefasst.

Somewhere beyond the sea

Toll. Da kommt man nach Schweden. Ist eine Woche da. Und wird gleich eingespannt. Mit vielen Überraschungen. Bei mir hier nun zum Glück gute ;)
Gestern morgen war in meiner Gemeinde kein normaler Sonntagsgottesdienst, sondern Tomasmässan. Ein Gottesdienst mit Beten, Stille und Einfachheit, wie es vorne auf dem Ablauf draufsteht. Zwar auch mit dem obligatorischen Abendmahl, Lesung und sonstiger Liturgie, aber keiner normalen Predigt und eben ganz viel ruhiger Musik. Es gibt diese Art von Gottesdienst einmal im Monat und dieses Mal war es das erste Mal, dass sie ein "Tomasorkestern" auf die Beine gestellt haben. Unter der Leitung von Karin, der Kantorin am Klavier, bestand der Chor aus ca.10 Frauen, u.a. auch darunter die Frauen, die beim "Geburtstagsfest" mit mir zusammen gearbeitet haben. Dann kam noch Daniel am Bass, Petra (normalerweise an den "Drums") war leider krank und Gertrud an der Gitarre. Charlotte war auch dabei und da sie auch gern und gut singt, bekam sie ein eigenes Mikrofon und sang zu manchen Liedern eine zweite Stimme.
Am Dienstag kam Charlotte zu mir und hat mich gefragt, ob ich nciht Lust hätte, auch mitzusingen. Ich hatte, denn die Lieder waren relativ einfach und singen geht immer. Klar. Deshalb kam auch ich schon um viertel vor zehn zu Kirche (alle Sonntagsgottesdienste beginnen hier um 11) und wollte mich zu den anderen Frauen in die Kirchenbänke setzen. Doch Charlotte kam, ne ne, wir haben da vorne noch für dich Platz, bei uns. Den Musikern. D.h. ich saß schon mal vorne auf nem Stuhl auf dem Präsentierteller neben Charlotte und Daniel. Dann. Hier die Mikros. Wie ich auch eins? Ja ja du singst ja gut, das ist wichtig. Dass ich da so Bedenken von wegen Aussprechen der schwedischen Sprache hätte etc., wurde leider überhört....sonst summ einfach die Melodie mit, nur das ist wichtig. Dann. Oh nein Gertrud ist ja nicht da. Tine spielst du nicht auch Gitarre? Hier versuch mal. Ich na klar^^ Und da sich die meisten Lieder auf C-Dur bis G-Moll beschränkten, war das dann auch ok. Und so konnte ich wenigstens das Mikro nach unten drehen, dass man nciht mich, sondern nur die Gitarre hörte ;) also hab ich während meines ersten Gottesdienstes in meiner Gemeinde schon kräftig aktiv mitgeholfen und habe ne Menge anerkennender Blicke dafür bekommen. Hahaha wie gut. Nein war echt ein netter Gottesdienst, schöne Lieder und die sehr kleine, innen grüne Kirche ist gottseidank auch nciht so vollgestopft mit Gold und anderem Schnickschnack. Das ist schon ok. Claudia war auch da und hörte sich das ganze an. Scheint wohl nciht ganz schlimm gewesen zu sein.

Nachmittags fuhren wir mit Anders und Kilian zum Strand. Endlich. Meer. Strand. Mit dem Bus, durch einen Park udn dann quer über einen Golfplatz bis man das Meer riechen konnte. Endlich habe ich mal einen schönen Weg zum Meer gefunden und nciht nur durch Industriegelände. Und es war so toll. Der Strand ist nicht schön, nicht breit, nicht lang, nicht sauber, nicht weiß, aber es ist feiner Sand und er ist toll. Wir spazierten eine Weile am Meer entlang und ließen uns dann auf ein paar Steinen für ein Picknick nieder. Mit Sonnenbrille ;) Denn obwohl es windig wie wer weiß was war und leicht bewölkt, war es doch recht hell. Und der Wind war super. Richtiges Meerfeeling. Es ist so, dass quasi erst die Brücke Malmö-Kopenhagen, dann Strand, dann Grün, dann kleiner Hafen und dann eine Promenade vor dem Snobviertel Malmös und dem Truning Torso kommt. Wir sind dann bis zur Spitze gelaufen, die ganze Promenade entlang mit langen Holzbänken, Badeplattformen und Aussichtspunkten. Hatten sehr viel Spaß dabei, es war zwar tierisch kalt, aber der Wind hat alle in gute Stimmung versetzt. Sitzen am Wasser und in die Ferne gucken (bzw. bis nach Dänemark)......was kann es schöneres geben. Und wenn man dabei noch Atlantis entdeckt...

Der Abend klang aus bei den Jungs mit einer riesen Pizza für sehr wenig Geld, nach der uns Mädels schlecht war und Coyote Ugly im Fernsehen. Can't fight the moonligt eben.

Aber das Meer war eben doch gestern das Highlight. So nun Schluss mit Anders' Worten zum Abschluss an die See :

Sea you! ;)

Samstag, 27. September 2008

All that Jazz

Gestern durfte ich ausschlafen. Toll. Hatte vormittags frei und bin erst gegen 12 in die Bibliothek, um Bücher zurückzugeben und dann zur Bank. In Schweden, wo immer man anstehen muss, beim Bäcker, in der Post, im kleinsten Laden und natürlich bei der Bank, zieht man eine Nummer, sobald man kommt, und so wird dann die Reihenfolge geregelt. Und so zog ich meine Nummer in der Bank, 716, und schaute auf die Anschlagtafel...673. Mmh super. Das heißt mehr als 40 Leute noch vor mir. Und so bin ich noch ein Weilchen in den Park, hab etwas zu Mittag gegessen und bin dann zurückgekehrt. 784. Na super. Zum Glück hab ich dann ncoh einen Zettel mit der 690 gefunden udn kam dann relativ schnell dran und nun ist mein Konto akitviert und ich habe Geld :) (sobald die schwedische Kirche mein Gehalt überweist^^)

Anmerkung: Der Fernseher läuft grad nebenher und ich gucke eine Sendung namens "So you think you can dance", ein Tanzcasting. Es sind nur noch die letzten 6 Tänzer da und das Niveau und die Choreographien sind unfassbar gut. Eine sehr unterhaltsame Sendung. Und die Sendung fing grad an und alle tanzten am Anfang zusammen zu "The Rose" ;) lieben Gruß an Choract, besonders Ina :-P.

Um drei habe ich mich dann mit Gertrud und Claudia an der Kraftstationen getroffen, dem Jugendzentrum in der Innenstadt. Dort gibt es zwei Hauptamtliche, Nils und Peter, die uns gleich die freudige Nachricht überbrachten, das die Geldmittel für die Kraftstationen für ein weiteres Jahr gesichert sein. Eigentlich war das nur ein Projekt für zwei Jahre, wurde jetzt aber verlängert. Auch gut für mich und die anderen Volontäre, denn es ist einfach eine tolle Abwechslung zur Gemeindearbeit, dort zu arbeiten. Sie haben jeden Tag unter der Woche auf ab 3 bis 9 oder Freitags 11 und sind "not a normal place for Christians, but a christian place for everybody" und die Jugendlichen können dort Hausaufgaben machen, ins Internet, Playstation spielen (Guitar Hero, Sarah :-P ) und es gibt zwischendurch immer wieder Angebote. Sie sind in einer alten Kneipe untergebracht und haben deshalb unfassbar viel Platz, eine Bar und eine Tanzfläche und ganz viele kleine Räume zur Verfügung. Echt klasse.
In der nahegelegenen Kirche St.Pauli (ne kein Fußball, Kirche ;) ) haben wir dann den Jugendgottesdienst am Abend vorbereitet. Fran mörker till ljus. Aus dem Dunkel ins Licht. Dabei gab es eine Ljusvandring. Eine kleine Wanderung durch die Kirche aus den dunkelsten Ecken zum Altar mit Kerzen. Schöne Idee. Dabei waren Nils, Peter aus der Kraftstationen, Gertrud aus meiner Gemeinde, Claudia und Johanna, die Pfarrerin aus ihrer Gemeinde und eine kleine Band mit Piano, Mundharmonika und Bass. Und die waren so klasse. Was so ein "Munspel" alles hervorbingen kann, sehr stimmungsvoll.
Und dann wurde es sechs und wir öffneten die Türen....und es kam niemand. Niemand. Kein einziger. Sie hatten nicht viele erwartet, aber hatten trotzdem mit mindestens 10-20 Leuten gerechnet. Nils war echt geknickt deswegen, doch die anderen meinten nur, dann feiern wir den Gottesdienst eben für uns. Es kamen dann doch noch ein paar Leute, aber die waren von der Band. Also recht nüchtern, die Bilanz ;) war aber trotzdem ein netter kleiner Gottesdienst.
Hinterher gab es dann Fika in der Kraftstationen und die Band spielte nochmal. Und dann sehr feinen Jazz....es war so super. Die Jugendlichen hatten nciht so Spaß dran, aber wir "Angestellten" hatten eine nette Sitzrunde....sehr gut. Sehr viel Spaß :)
Der ganze Abend war echt gut, es waren nciht so viele Jugendliche da, weil es irgendwo eine riesige Party in Malmö gab, aber das war vielleicht zum Start für Claudia und mcih gut, denn so konnten wir ungestört alles auskundschaften und uns mit Nils und Peter unterhalten. Gertrud nahm uns dann um 23 Uhr wieder mit nach Haus, sie wohnt nur eine Straße entfernt. Das ist auch eine echt Liebe, wir haben viel gemeinsam, Basteln Musik etc...bin froh, dass ich mit ihr so viel zusammen arbeiten kann.
Ich werde erst wieder Ende Oktober dort arbeiten, je nachdem, was wann die uns brauchen. Peter hat uns aber auch von einem Gottesdienst Anfang November in Kopenhagen erzählt, den die Kraftstationen besuchen will, in einer Kirche nur für Jugendliche. Ich muss da zwar arbeiten, aber das klang so klasse, ich will mal gucken, ob Charlotte mich da entbehren kann...das wär toll, wenn das klappt. Dann könnte man sich auch gleich noch mit den deutschen Volontären in Kopenhagen treffen :)

Also alles in allem ein toller Abend gestern mit viel Lachen und guten "Kitchen Conversations" ;)

Donnerstag, 25. September 2008

Hjärtliga gratulationer önskar Fosie församling

Ich habe einen Sonnenbrand. Ungelogen. Ich hatte heute den Nachmittag frei und habe ihn auf dem Balkon verbracht. In kurzer Hose und T-Shirt. Denn es waren zwar nur 16°, doch die Sonne war umso wärmer und so ließ es sich bei uns im Windschatten gut entspannen. Und jetzt sind meine Wangen rot. Und es ist wieder saukalt draußen. Aber es war toll :)

Claudia muss heute bis spät abends arbeiten, so habe ich quasi "sturmfrei". Da kann ich ganz ungestört mein erstes Fleisch seit zwei Wochen anbraten und für sie die Fesnter ganz weit aufreißen. ICh hoffe, es stört sie nachher nicht.
Dann hab ich noch lange mit meinen ELtern telefoniert, die mir meinen Rucksack nachschicken udn gleich daraus noch ein ganzes 20kg Paket machen. Freu mich schon drauf.

Heute war "Öppet Huset", offenes Haus. Es kamen 20 Kinder im Alter von 1 bis 5 Jahren, die Jüngsten, die ich haben werde. Es war sehr lustig mit Malen, Bibelgeschichte erzählen mit Verkleidungen und Kaufladen spielen. Und nachdem sie verstanden hatten, dass ich kein Schwedisch kann, bekam ich dann erstmal eine Vokabellektion und ich wurde von Nikita (5), Josefin (4) und Fatima (4) durch den Raum geschleift und mir gezeigt, das heißt so und dies heißt so. Sehr unterhaltsam :) Fatima? Ja. Sehr schwedisch. Aber die Sache ist sowieso, dass hier ein Viertel der Kinder selbst kaum schwedisch können, sondern nur bosnisch, türkisch oder arabisch. Jaja ich weiß ausm Ghetto ins Ghetto.

Gestern waren ungefähr 40 ältere Leute da, eingeladen zu ihrem jeweils 65., 70. oder 75. Geburtstag. Es war eine ganz große Sache, da mittlerweile es total unüblich ist, an Geburtstagen zu Kaffee und Kuchen einzuladen (heutzutage normalerweise zum Abendessen), sodass die ganzen alten Leute so aus dem Häuschen waren, "wie früher" zusammen die froschgrünen Sahnetortenbomben zu essen und den Kaffee zu schlürfen. Nachdem ich mich dann mal wieder als Deutsche vorgestellt hatte, bekam ich dann von jedem zweitem, dem ich Kaffee einschenkte, kein "Tack" sondern ein "Danke schön" zu hören. Da merkte man, wie viel und wie intensiv Deutsch früher gelehrt wurde.
Nachdem die ersten Kuchenstücke verdrückt und auch die vier Frauen, denen ich half, und ich Zeit hatten, eins zu essen, legte der Alleinunterhalter mit Gitarre und Keyboard los. Aber ich hatte einfach so einen Spaß, weil sobald Roy ein neues Lied anstimmte, alle nur "Oh ja" schrien oder einfach nur glücklich seufzten und alle während der Lieder mitsangen und mitschunkelten. Es gab Elvis Presley, Amazing Grace, schwedische Schmalzlieder, aber auch Rock'n'Roll und so konnte nach der Zeit der PFarrer nciht mehr an sich halten und tanzte vorne zwar völlig gegen den Takt, aber mit viel Spaß hin und her, während hinten die "Küchenfrauen" zu zweit einen flotten Tanz hinlegten. Charlotte kam auch noch und wie haben viel gelacht. Auch, als wir hinterher in der Küche abwuschen und die "Küchenfrauen" immer noch lauthals sangen. Und ich habe das erste Mal das klassische "Är du duktig" gehört (für alle Volontäre ;)). Was bist du tüchtig. Wurde zwar schon öfters gelobt, aber nciht mit diesem Wortlaut. Ist jetzt nur die Frage, was sie meinten, mein "schwedisch" (die paar Worte, die aber allen schon einen Applaus wert sind^^) oder dass ich so fleißig Kaffe gekocht habe. Wer weiß.

Aber nun der Satz, den ich gestern auf 40 Rosen für die Geburtstagskinder geschrieben habe, von denen ich hinterher selbst eine mit nach Hause nehmen durfte.

Herzlichen Glückwunsch wünscht ihre Fosie Gemeinde

Montag, 22. September 2008

Sometimes I wish I were an angel....

Büroalltag. Heute bin cih das erste mal ganz normal wie alle anderen auch morgens in die Gemeinde gekommen, habe meinen Tag mit Fika begonnen und mich dann meinen Aufgaben gewidmet.
Das war zunächst einmal ein Besuch in der nahegelegenen Schule, wo Charlotte und ich Plakate für ne Musikschulaktion in ein paar Klassen verteilt haben.
Tiefstes Ghetto. Ein Viertel der Schüler sehen schwedisch aus. Charlotte hat erzählt, dass vor ein paar Jahren die Klassen 8-12 von dieser Schule getrennt worden sind, weil sie so viele Probleme gehabt hätten. Was für Probleme, frag ich sie. Ja so Scheiben wurden eingeworfen, kleine Kinder terrorisiert, Lehrer zussammen geschlagen, Wände beschmutzt. Ihr Mann war dort Lehrer und ihm wurde die Nase gebrochen. Mmmh alles klar. Deshalb haben sie jetzt die unteren Klassen aus diesen Gebäuden genommen, um wenigtesn die Kleinen zu schützen. Was den Klassen die noch da sind, einfach unfassbar viel Raum gibt. Die Klassen sind total groß und die Ausstattung ist unheimlich gut. Die Kinder ziehen an der Tür ihre Schuhe aus und die meisten Stühle sind so orthopädische mit Füßstütze und ergonomischem Rückenteil. Und die Tische sind wie in amerikanischen Colleges mit Ablagefach und Deckel zum Hochklappen. Täuscht aber trotzdem nciht wirklich über das Chaos hinweg, mit dem die Lehrer da zu kämpfen haben....schon heftig.

Zurück im Gemeindehaus. In unserer Gemeinde ist es so, dass die Pfarrer sich morgens zu Hause an ihren Schreibtisch setzen, Mails beantworten, Anrufe tätigen und dann sich ein paar mal zu bestimmten Ausschüssen im Gemeindehaus treffen oder zu irgendwelche Gruppen und nur die Sekretärin wirklich im GH sitzt.
Aber hier kommen alle Pfarrer, Jugendbeauftragte, Diakonen und Hausmeister jeden Tag wie ins Büro. Jeder hat seinen eigenen Schreibtisch oder Raum. Und man trifft sich so alle drei Stunden bei der - klar - Fika ;) So hab auch ich jetzt meine kleine Ecke für mein Zeug und sitze meistens in der Küche.
Heute habe ich auch mal richitg meinen "Stundenplan" mit Charlotte durchgesprochen und zwar ungefähr bis Ende November. Also wenn ihr so langsam Pläne für Besuche machen wollt, meldet euch ;) arrangieren lässt sich vieles.
Nachdem ich für das Mittagessen zu Hause war, kam plötzlich Johnny, der für das Café zuständig ist, ins Büro und erklärte, dass irgendwer Sandwiches bestellt hat, die aber erst für nächste Woche waren. Und so haben alle Angestellte, darunter auch ich, eine extra Fika eingelegt, um den "Müll" zu vernichten. Und das waren nicht irgendwelche Sadnwiches, sondern so kleine Plastiktablettes mit einer Lage Toast drauf, Mayonnaise und dann alles Mögliche an Fisch. Krabben, Rollmops, Salat, Lachs und Kaviar. Orangener und schwarzer Kaviar. So ein Ding kostest eigentlich 10 Euro oder so und alle anderen waren so begeistert davon, das einfach so zu kriegen. Ich hab mcih dann eher an den Salat und das Brot gehalten und den Rest mit nach Hause genommen. Der Lachs war sehr gut, die Krabben und den Hering hab ich zwar probiert, aber schmeckte mir überhaupt nicht und der Kaviar....ich wollte ihn erst gar nciht probieren, aber dank Claudias Überredungskünsten hab ich mich dann doch getraut und beschlossen, dass ich das nciht wieder tun muss. So viel zu meinem Essen heute ;)aber war mal ganz interessant.

Vergesst Kopieren. Vergesst Akten zerschreddern. Vergesst Kaffee kochen. Ich habe heute wirklich die Beschäftigung für einen unnützen Praktikanten/Voluntär gefunden. Engel ausschneiden. Kennt ihr diese Glanzbilder noch, die schon so gut wie ausgeschnitten sind, aber an so kleinen Stellen noch zusammenhängen und das auf ganzen Bögen? Ich durfte heute damit anfangen, ungefähr 400 Engel dieser Sorte auszuschneiden. Das sind ca. 5 mal 10 Seiten DINA4. In unterschiedlichen Größen. Und ich habe noch nciht einen Packen von den Fünfen fertig. Also immer, wenn ich jetzt nichts zu tun habe, schneide ich Engelchen aus. Und sie sind so hässlich...

Grade war der Infoabend für die neuen Konfirmanden und ihre Eltern. Es war gleichzeitig meine erste Einheit ohne Charlotte, dabei waren nur Gertrud, die andere Jugendbeauftragte, und Catherine, die Jugendpfarrerin. Es war recht nett, hab nicht viel verstanden, doch hinterher saßen wir noch zusammen und haben uns bei Kanelbullar und Kaffee unterhalten und uns über Catherines kleinen chinesischen Adoptivsohn unterhalten, der Ejnouk heißt. 4 Jahre alt und sehr süß.

So und nun bin ich nach einem langen Arbeitstag endlich zu Hause und genieße ein typisch schwedisches Abendbrot mit Resten vom Kaviar, Lachs und Krabben und warmer Kanelbullle. Lecker. Oder eben nicht.

Ist denn heut schon Weihnachten?

Gestern war ich mit Claudia im Sonntagsgottesdienst ihrer Gemeinde im Stadtteil Oxie im Süden von Malmö.
Es war ne nette kleine und gedrungene Kirche und sie war auch wirklich recht gut gefüllt. Es gab das erste Wiedersehen nach unsererm Ausflug nach Deutschland mit Tua, Claudias Mentorin, die dort Pfarrerin ist. Es waren erstaunlich viele Jugendliche in den Ablauf involviert, doch Tua sagte uns hinterher, dass dies der erste Gottesdienst für die neuen Konfirmanden war und ihn deshalb auch beide Pfarrer und nicht nur sie selber geleitet haben. Es gab an sich keine großen Unterschiede im Ablauf zu deutschen Gottesdiensten, vielleicht sollte man nur dazu sagen, dass es hier wirklich viele Elemente gibt, die wir nur aus der katholischen Kirche kennen wie das Sündenbekenntnis und der Friedenswunsch.
Außerdem ist hier fast jeder Gottesdienst mit Abendmahl, wie auch der, den wir besucht haben.
An sich ein netter kleiner Gottesdienst in einem netten kleinen Vorort an einem netten kleinen sonnigen Sonntag.

Schon in Helsjön sind mir schon viele bekannte Lieder begegnet. In der ersten Andacht sangen wir "Here I am to worship" oder später Lieder wie "Meine Hoffnung und meine Freude" auf schwedisch, wo nur der Text neu ist, aber manchmal wirklich wortwörtlich übersetzt ist.
Und auch diesen Sonntag gab es Aha-Momente und diesmal zwei eigentlich recht lustige. Das erste war das Heilig-Lied. Und zwar war es natürlich in dieser kleinen Dorfkirche unser "Du bist heilig, du bist Heil" - auf schwedisch natürlich ;) das war schon mal interessant...Text auf Anfrage :-P
Aber das Beste war das letzte Lied im Gottesdienst. Tochter Zion. Zwar mit auch inhaltlich deutlich anderem Text als im deutschen udn zwar als einfaches Loblied, aber unverkennbar unser Weihnachtslied Deluxe. So fühlten wir uns mal eben aus dem sonnigen September in Heiligabend hinein versetzt...ein kleines Schmunzeln zum Schluss.

Nachmittags sind wir beide einfach platt ins Bett gefallen, da es der erste Nachmittag ohne irgendwas oder irgendjemanden war. Sehr chillig. Dann habe ich endlich mal angefangen unsere Wohnung mal ein bisschen wohnlicher zu machen. Nun hängt das Finn-Plakat im Flur, in der Küche hängt mein Skansenplakat und in meinem Zimmer das Plakat von Jule und an der gegenüberliegenden Wand noch mehr Fotos und Andenken. Eben kam Claudia noch mit Blumen von Tua zurück, unsere Wohnugn wird so langsam richtig gemütlich und das kalte, sterile Gefül vom Anfang verschwindet ein bisschen...nun geh ich gern in "mein Zimmer". Aber neue Fotos etc. nehm ich immer noh gern an, die Wohnung ist groß, also schickt mal fleißig.

Abends haben wir dann endlich Anders und Kilian wieder gesehen, die sich zu uns ins Ghetto trauten. Wir haben mal wieder zusammen gegessen, diesmal ein Potpourri aus Gemüse und Nudeln in der Auflaufform, in der der Käse oben drauf so hart geworden ist im Backofen, dass er danach eher als Cracker diente (dem Geräusch beim essen nach zu beurteilen) und dann gut gelungene Schokobananen. Es war superlustig und als wir dann hinterher im Wohnzimmer saßen bei Kerzenschein wurde es richitg spät....ein sehr lustiger Abend. Und Kilian kriegt jetzt eine Fototapete von unserem Ausblick, von dem er sich partout nicht trennen wollte.

Samstag, 20. September 2008

Bombing for peace is like fucking for virginity

Heute war mein erster Arbeitstag. Also ich mein, an dem ich wirklich was getan habe. Bezahlt bekommen hab ich ja auch die ganze Rumfliegerei seit Anfang August, doch heute durfte ich nun endlich wirklich arbeiten.
Von halb zehn bis halb zwei traf sich die "Upptäckarsgrupp" (Entdeckergruppe). Das sind ca. 20 Kinder von 8 bis 12 Jahren, die sich mit Charlotte (meiner Mentorin) und Gertrud (der Jugendbeauftragten, teilt sich mit Charlotte ein Büro) alle zwei Wochen Samstags treffen und dann spielen, basteln und -natürlich- fikern. Normalerweise steht das ganze unter einem, meist biblischen Thema, doch heute war das erste Treffen seit Mai und deshalb gab es nur Kennenlernspiele. Auch, weil vier neue Kinder dabei waren.
Ich zweifel so langsam, ob ich bereist alle guten Spiele dieser Welt kenne....alles, was wir heute gespielt haben, kannte ich schon, wie bspw. lebendiges Memory oder Kartenrutschen. Ja ja wir sind schon Seminarkinder ;) und wenn ich was nciht kannte, musste die Erklärung nicht für mcih auf englisch wiederholt werden....haha gutes Gefühl :-P
Einerseits war heute schwedisch echt ein Problem, weil Englisch halt nciht so ist bei Kindern. Andererseits hab ich festgestellt, dass ich schon ne Menge Fragen wirklich auf schwedisch beantworten kann, welche Musik ich höre, dass ich aus Deutschland komme und wo daher, dass ich da oben da vorne in dem großen Haus wohne und ob ich Tokio Hotel mag. Ohne Witz, schon viermal auf die angesprochen worden....also war alles gut heute.

Danach bin ich in die Stadt zum Einkaufen gefahren, das erste Mal H&M etc. checken ;) bis ich dann feststellte, dass ca 1km vor der Innenstadt die Busse nicht mehr fuhren. Malmö befindet sich nämlich im Ausnahmezustand. Anlässlich des Europäischen Sozialforums (Joseph ;) ) ist nämlcih alles voller Polizisten und Absperrungen. Aber die grad-aus-Deutschland-gekommene Tine weiß davon natürlich ncihts und läuft mitten in der Stadt erstmal direkt in die Demonstranten. Hab mich dann zu den Schaulustigen dazu gestellt, denn es gab echt was zu sehen. Der Demontrantenzug war verdammt lang, ich stand bestimmt ne halbe Stunde da. Von Antiatomkraft über Kontra Irak bis zur Proschwulenparole - sehr gemischtes Feld. Worin sie sich alle einig waren, war natürlich eine bessere Welt ist immer möglich. Message vll nicht ganz verkehrt, aber wenn die einen ganz ekstatisch auf ihren Trommeln rumschlagen und die anderen ganz vermummt finster durch die Gegend gucken....ich weiß nicht. Schon komisch. Vor allem, wenn man dann von Kilian hört, es wäre schon die ganze Woche so und es gab sogar einen kleinen Anschalg im Süden Malmös....sehr krass, wenn man das so hört, aber mal sehen wie sich das entwickelt.

Ach ja es gibt jetzt eine Flut von Postings, irgendwie hat der die nciht richitg hochgeladen. Viel Spaß beim lesen ;)

So jetzt ist grad Claudia gekommen, d.h. begrüßen und dann darf ich mcih an den Herd stellen und was zu essen zaubern. Hahaha ich und kochen. Ja guten Appetit.

Endlich Freitag abend mein Bus zur Professorsgatan, Linie 8 Richtung Kastanjegarden
Und das letzte Foto am Flughafen

Stand up for your rights, but sit down for your piss

Auch ich möchte nochmal diesen viel belachten Satz zitieren ;)
Zu finden auf allen Toiletten der "Kurve Wustrow", dem Tagungshaus im Wendland in der Nähe von Hannover, auf dem wir die letzten drei Tage für das EuropäischenFreiwilligenDienst-OnArrival-Seminar verbracht haben. Auf dem Flur geht es weiter mit Antiatomkraftplakaten und Fotos von Demonstrationen und Polizisten aus den letzten dreißig Jahren. Die Betten sind aus groben Holzstücken selbst gebaut, geduscht werden soll nciht länger als vier Minuten und es gibt 4 Mülleimer für die Mülltrennung. Ich fühle mcih echt schlecht, dass ich so ein globalisiertes, verdorbenes und weltliches Kind bin. Dem Haus entsprechend waren auch die Teamer. Eigentlich nett, aber dabei mitschwingend immer die Ermahnung, eine bessere Welt zu schaffen.
An sich war das Seminar komlett mal überflüssig. Wir kannten alle Spiele, alle Inhalte und wollten nciht ein drittes Mal über unsere Ängste, Packlisten etc. sprechen. Was neu war, war die Krisenkurve ;) demnach starte ich den Dienst hochmotiviert, habe nach drei Monaten die megaKrise, die sich dann langsam in Schlangenbewegungen wieder nach oben neigt, aber nie so hoch wird, wie am Anfang. Ne ist klar. Ich werd mich also das ganze Jahr nciht so gut fühlen wie jetzt. Na super.
Doch nette Leute gibts ja auf jedem Seminar und so hab ich auch diesmal einen Wolfgang, eine Franziska, eine Jule und noch ganz viele andere lustige Personen kennen gelernt, mit denen ins Café Klecks zu gehen die Abende doch verkürzt hat. Doch länger als drei Tage wär das nciht gegangen....gut, dass das vorbei ist. (Und wir dafür nur eine komplette Woche Schweden schmeißen mussten und 5.000 Millionen Kilometer reisen mussten^^)


Ach ja die Heizung war auch kaputt. Und deshalb alle krank. Motivation pur.

Fly on the wings of love.....

Ist zwar ein dänischer Song, aber ich bin ja auch von Kopenhagen geflogen ;)


Gestern morgen bin ich um vier Uhr aufgestanden, um dann gegen halb elf auf dem Düsseldorfer Flughafen aus der falschen Tür zu marschieren, wo ich überraschenderweise dann doch wieder nicht als Überraschung Martin von hinten auf die Schulter tippte.

In Waltrop angekommen durfte ich dann erstmal Ben sehen. Da wird man schon ehrfürchtig, wenn da so ein kleines Ding im Bettchen liegt und atmet und sich bewegt….Hammer. Der Wahnsinn.

Am Abend war ich kurz an der Schule, denn dort war (nach einer ganzen Festwoche mit Schulfest und allem drum und dran, was ich natürlich wieder voll verpennt hatte^^) das alljährliche Ehemaligentreffen zum 40.Geburtstag des THGs. Wie auch bei unserer kleinen Kneipentour durch Waltrop, angefangen in der völlig überfüllten Cashbar, weitergeführt bei Munsch, wo es aber eher seltsamerweise ruhig war und beendet im Blue Inn (ja zu meiner Schande war ich dort :-P), wo die Basketballer ihren Sieg feuchtfröhlich feierten, traf ich, wie erwartet, viele alte Gesichter noch einmal. Doch diesmal konnte ich wirklich Handfestes aus Malmö berichten und glücklicherweise auch noch nur Gutes. Der Abend wurde natürlich spät, aber auch eine nette kleine Wiederkommensfeier.

Den Sonntag hab ich dann auch mal bis halb zwei verschlafen. So ne Woche Seminar und ein bisschen Rumgereise schlaucht dann doch. Nachmittags machten wir, weil die Sonne so schön schien, den Westfalenpark unsicher. Kennt ihr auch so Orte, die direkt vor eurer Tür liegen, man schon ewig nicht mehr da war, die aber so toll und schön sind, man aber trotzdem nie hinfährt und wenn man mal da ist., man sich vornimmt, sie mal wieder öfter zu besuchen? Westfalenpark.de









Schönes Sonnenpicknick mit langsamem Kaffee Togo und tollem InaKuchen…die ich bei der Gelegenheit auch noch gesehen habe. Sehr nett.

Abends noch ein langer Spaziergang und ein doofer Abschied.

Und natürlich packen….am Montag morgen auf nach Wustrow. Juchuu. Aber doch gut zu Hause gewesen zu sein.

Montag, 15. September 2008

and reach out for his hand

6 Tage Helsjön - eine Folkshogskola im Nirgendwo

Ein Wochenende unter ausländischen Freiwilligen, mit deutscher Mehrheit, doch auch mit ungarischer und tschechischer Beteiligung, unter der Leitung Annas, der Kontaktperson der Svenska Kyrkan, unserer schwedischen Hostorganisation, und unter mit Hilfe Timmys, eines ehemaligen Volontärs und jetzigem Schüler an der Folkhogskola
Ein Wochenende mit viel Englisch, mit schwedischer Geschichte, sehr jungen Priestern und guten Unterhaltungen direkt zu Beginn
Ein Wochenende mit 7 Uhr morgens im Regen schwimmen gehen und abends schwedische Komödien sehen
Ein Wochenende mit der Qual nichts zu wissen und es nicht herausfinden zu können
Ein Montag mit der besten Nachricht, dass Ben da und alles gut ist
Ein Montag mit der Ankunft der schwedischen Volontäre und der drei schwedischen Leiter, Beata, Elisabeth und Karin, ganz viel Respekt vor Sprache und Leuten und plötzlich nur noch schwedisch in der Gruppe und deshalb abends Kopfweh
Ein Dienstag mit guter Harmonie in der Andachtsgruppe und Vorfreude auf diese am Freitag
Ein Mittwoch mit ganz schwerem Aufstehen morgens und nur kranken oder müden Gesichtern am Frühstückstisch
Ein Mittwoch mit toller Pilgrimsvandering, ganz viel Zeit zum Besinnlich werden und nachdenken, tollen Gesprächen und zum Feststellen, dass man wirklich in Schweden mit See, roten Häuschen und ganz viel Wald ist
Ein Mittwoch mit gutem Gefühl wegen ganz persönlichem und sehr gutem Feedback der Leitergruppe
Ein Mittwoch mit doofem Gefühl wegen schwedischem Film, der die Geister spaltete
Ein Mittwoch mit gutem Gefühl wegen guter und intensiver Gespräche in der Kapelle
Ein Donnerstag mit der Möglichkeit einen positiven Rückblick auf den vergangenen Tag zu geben
Ein Donnerstag mit viel Langeweile wegen der fremden Sprache, der Feststellung, dass man auf Englisch in einer anderen Sprache nicht alles diskutieren kann
Ein Donnerstag mit langer Mittagspause und ganz viel Sonne
Ein Donnerstag mit schwedischer Messe mit Abendmahl und feststellen, dass man doch sehr viel aus der katholischen Kirche kennt und dass man es mag
Ein Donnerstag mit neuen Spielen, lustigem Indoor Bandy, leckerer Cider-Ost-Fika und vielen netten Einträgen in mein DJiA-Buch
Ein Freitag mit aufregender und zugleich tollster Andacht
Ein Freitag mit einem unfassbar langweiligen Vormittag und einem Bischofsassistenten, der allen einfach nur leid tat
Ein Freitag mit Entsendungsandacht und ganz viel Melancholie
Ein Freitag mit der längsten Heimreise aller Beteiligten, nach Malmö nur noch zu viert und plötzlich nur noch zu zweit in der Porfesorsgatan
Ein Freitag mit auspacken, einpacken, schlafen und auf morgens freuen, es geht Richtung Ruhrgebiet

Ein Seminar mit Frühstück um 8, Fika um 11, Lunch um 1, Kvällsmat um 5, Fika um 9 und deshalb mit defintiv zu viel, aber auch viel zu gutem Essen
Ein Seminar in toller Umgebung von der Schule, der Natur bis zu den Leuten
Ein Seminar mit Morgonbön und Aftonbön, Andacht morgens und abends, die die Tage angemessen eröffneten, aber auch beschlossen
Ein Seminar mit viel interessantem Inhalt, aber auch schon Gehörtem und doch nciht so viel schwedisch, wie ich dachte
Ein Seminar mit der Erkenntnis nach ein paar Tagen, dass die schwedische Sprache doch nicht so fremd ist und man schnell die gröbsten Sachen versteht
Ein Seminar mit netten Menschen und dem Bedürfnis, in Bälde nach Göteborg zu fahren
Ein Seminar zum Ignorieren

Freitag, 12. September 2008

Walk blindly to the light

I really should write this post in englisch or engelska (sw.) because I nearly spoke the whole last week strange languages. And now my german is that bad....

Nein so schlimm ist es auch wieder nicht. Aber es stimmt, ich habe in den letzten 6 Tagen mehr Englisch gesprochen als in meiner ganzen Schulzeit. But it was quite easy ;)

Wir sind heute glücklich, todtraurig und sehr entspannt von einem wunderbaren Seminar nach Malmö zurückgekehrt. Es war das beste, das ich je hatte.

Morgen werde ich um halb sechs das Haus verlassen, um dann naaach....Düsseldorf zu kommen!
Ich bin nun also mitten in meinem Hin-und-her-Flieg-Abenteuer-und-zwischendurch-noch-ein-bisschen-Seminar-Abenteuer. Ich freue mich sehr auf morgen, da der kleine BEN (doch nciht Etienne) und so viele liebe Menschen dort auf mich warten...das wird ein schöner Kurztrip, da bin ich mir sicher.

Über das Seminar werde ich noch schreiben, das hat es definitv verdient, doch irgendwie ist grade das Internet hier ziemlich überlastet....diverse Icqgespräche sind mehrfach gescheitert.
Und da ich morgen wieder an meinem normalen PC bin, heißt das auch, es gibt endlich Fotos. Von der Wohnung, Malmö und dem Seminar.

Doch nun geh ich in MEIN Bett.....es war echt irgendwie heute wie nach Hause kommen. Freu mich auf morgen.

Freitag, 5. September 2008

Herrliches Wetter zum Verreisen

So. Ich habe ein Konto. Ich habe eine Aufenhaltsbestätigung. Ich habe keine Personennummer. Aber das ist richtig so, weil ich die als EVSler nciht bracuhe, da ich keine Steuern zahle. Ich habe meine Tickets für das Seminar morgen. Ich habe eine Büchereikarte. Und ich habe einen groben Stundenplan. Alles erledigt ;) das war vielleicht ein Akt...

Nachdem wir heute umsonst zum Skatteverket gelaufen sind für Steuern, die ich nciht zahle, hat mir Charlotte die Stadsbibliotheket gezeigt. Es ist alles umsonst, von der Kundenkarte bis zum Ausleihen von DVDs, CDs und, natürlich, Büchern. Grattis ;). Das Gebäude ist superschön und viel Auswahl, ich vermute, ich werde dort oft zu finden sein. Habe gerade gestern abend mein Buch zu Ende gelesen, also kam es mir gerade recht dort zu sein und ich habe, jaja noch deutsche, Bücher mitgenommen.

Denn morgen fahre ich mit Claudia und Kilian nach Helsjön in der Nähe von Göteborg auf das Willkommensseminar der schwedischen Organisation. Dort gibt es einen See und ein Haus....und einen See und ein Haus. Und Regen, so wie es aussieht. Ich hoffe, es gibt dort auch einen Internetanschluss, denn ich warte ja gespannt auf Sevis und Mirkos Sprößling, der jetzt in diesen Tagen kommt...hoffentlich kriege ich es irgendwie mit, wenn "Etienne" (Arbeitstitel) sich endlich zu uns herablässt. So spannend....
Fazit, es kann gut sein, dass ich nun eine Woche nicht zu erreichen bin und mich mit Elchen und Kobolden in der Sauna über Köttbullar unterhalten.

Adjö sage ich von meinem sonnigen Balkon mit "Meerblick" und gehe mit den anderen Volontären in die Stadt zum Sonne genießen. Es ist so herrlich heute.

Donnerstag, 4. September 2008

Pa Kraftstationen....dem Meer


Ich war heute am Meer. So toll. Nachdem ich die letzten Tage in dauernder Begleitung von Claudia oder Charlotte verbracht habe, bin ich heute nachmittag endlich allein in die Stadt gefahren. Am Centralen ausgestiegen und Richtung Wasser gelaufen. Der Weg dorthin war begleitet von Industrie- und Fabrikgebäuden, doch als ihc dann am Vester Hamn war, toll. Direkt am Wasser lange Holzplanken und -bänke, Grünstreifen und einfach mal durch die Siedlung ein Fluss....alle Häuser verglast und im Hintergrund die neblige Öresundbrücke. Bis zum Strand bin ich nicht mehr gelaufen, konnte ihn aber gut sehen. Nicht sehr lang, aber sauber und fein. Der Sommer da muss toll sein. Hoffentlich wird es nächstes Jahr früh warm.
Dann bin ich wieder am Truning Torso vorbei, dem Malmöhus und dem Slottsparken zurück Richtung Centralen. Also in zwei Stunden Spaziergang alle Sehenswürdigkeiten Malmös abgeklappert ;) Und als ich am Slottsparken entlang lief, wurde ich die ganze Zeit von lautem Live-Jazz begleitet, ich konnte aber nicht wirklich ausmachen, woher das kam....sehr stimmungsvoll.

Malmö ist wirklich keine schöne Stadt. Was ich bisher von ihr gesehen habe, zeigt mir viel Industrie, hohe Häuser, viele 70er und 80er Bauten. Und überall Baustellen. Und es ist wirlich nciht so groß. Man kann theoretisch alles zu Fuß in einer Stunde, mit dem Bus in 30 min erreichen. Aber es ist toll. Es hat trotzdem dieses unbekümmerte Großstadtflair, vielleicht auch durch die Nähe von Kopenhagen, und überall gibt es Wasser und Grün. Brunnen, Bäche, der große Kanal....alles hat eine Verbindung zum Meer. Die Menschen treiben viel Sport, die jungen Leute diesen unverwechselbaren Skandinavienklamottenstyle, wo ncihts zusammen passt, aber trotzdem gut aussieht. Und sie sind nicht alle blond ;)

Außerdem war ich heute morgen noch in der "Kraftstationen", dem Jugendzetrum von Malmö. Es liegt mitten in der Stadt und sah echt super aus. Dafür haben die Schweden echt Geld. Das merkt man Kleinigkeiten. Briefe an Konfirmanden werden mit bunten Bildchen kopiert und nicht schwarzweiß wie bei uns, überall gibt es passende Jacken, Shirts, Tassen oder andere Sachen mit Logo drauf...kein schlechtes Kapital. Aber die Kraftstationen wirkte echt einladend wie auch Peter, der dortige Ansprechpartner. Ich freu mich darauf, da mal zu arbeiten.

So wir haben soeben das erste Mal den Fernseher angeschmissen. Oha ok Simpsons auf Englisch mit Untertitel oder, perfektes Timing, eine neue Staffel von "Idol" beginnt heute....na da haben wir ja das passende zu unser ersten Tiefkühlpizza mit Tomatensalat. Perfekt.

Församling und Holy Ice

Am Mittwoch zeigte mir Charlotte das Gemeindehaus der Församling i Fosie. Und es war so ein megalanger Weg dorthin^^ Ich gehe aus meinem Haus, überquere einen Parkplatz und stehe davor ;) also ich kann die Wäsche anstellen, dann mal eben eine Gruppe Kinder betreuen und dann wieder herübergehen und die Wäsche aufhängen. Besser kann es nicht sein. Claudia dagegen muss 45 min mit 2 Bussen zu ihrer Gemeinde fahren. Puh Glück gehabt.
Die Kirche befindet sich 5 min mit dem Fahrrad entfernt, ich habe sie bis jetzt nur von außen gesehen, doch steht sehr schön unter Bäumen und Büschen. Perfekt für Hochzeiten.
Es gab eine kleine Andacht im Kreise der Angestellten, mit Abendmahl übrigens wie bei jedem Gottesdienst. Dann hatte ich meine erste Fika ;) so nennen die Schweden Kaffeetrinken und Kuchen essen. Kein Meeting, kein Treffen geht ohne Fika vonstatten. Sehr gesellig. Dort traf ich die drei Pfarrer, Kent, den Oberchef (und äußerlich ein verkappter Kurt Wallander^^), die Sekretärin, die Diakonin und alle anderen, die dort regelmäßig im Büro arbeiten. Während Charlotte und die anderen dann in die Besprechung gingen, durfte ich eine Einladung für eine Kindergruppe vorbereiten. Text abtippen, mit bunten Bildchen versehen, kopieren, Umschläge beschriften und eintüten. Laut Kilian bin jetzt also schon ein CopyGirl ;) (er ist schon befördert worden zum PaperBoy, er durfte am Aktenvernichter arbeiten).
Danach begaben Charlotte und ich und auch Claudia, dessen schwangere Tutorin Tua krank war, uns in den Dschungel der schwedischen Bürokratie.
Charlotte ist übrigens Ende Vierzig, hier für Jugend- und Kinderarbeit zuständig, eine kleine aufgeweckte, etwas hektische Person, die sich aber rührend um mich und auch um Claudia kümmert. Und sie kommt urprünglich aus Kanada, also ich kann auch mit meinem Englisch nicht punkten^^
Wir verbrachten den gestrigen und heutigen Tag damit, im Skatteverket und Migrationsverket und der Swedbank nacheinander eine Aufenthaltsbestätigung, eine Personennummer (unentbehrbar hier in Schweden) und ein Bankkonto zu erhalten. Nach einigen Wegen, die umsonst waren, kann ich morgen mittag, nachdem wir nochmal überall waren, alles mein Eigen nennen. Wäre das schon mal geschafft.
Gestern abend waren Claudia und ich übrigens schon unterwegs zu unserer ersten Verabredung und zwar mit Kilian, dem deutschen Volontär, der schon seit drei Wochen in Kulladal arbeitet, und seinem schwedischen Mitbewohner Anders. Anders Andersson. Er heißt wirklich so. Kein Scherz. Typisch schwedisch kauften wir bei Lidl ein und tauschten bei Pasta, Salat und einem Gläschen Baileys (mit Eiswürfeln in Kreuzform, Anders betitelte sie als Holy Ice, da wir schließlich alle Volontäre der schwedischen Kirche sind) zum Anstoßen unsere ersten Erfahrungen aus. Es war sehr nett und deren kleine Wohnung etwa 10 min mit dem Bus von unserer wird uns bestimmt noch öfter willkommen heißen...

Professorsgatan

Da links die Öresundbrücke, oh ein bisschen Kopenhagen und ach ja ganz rechts der Turning Torso. Das seh ich grade alles aus unserem Wohnzimmerfenster...

Aber ganz von Anfang an. Die Reise Dienstag morgen war an sich recht unspektakulär, vielleicht dadurch sehr angenehm, die Fährüberfahrt bei strahlendem Sonnenschein. Charlotte Jönsson, meine Mentorin, holte mich vom Bahnhof ab und wir fuhren zunächst nach einem kurzen Kaffee am Bahnhof mit dem Taxi in unser Appartment in der Professorsgatan 10A, 9v.
9v bedeutet hier 9.Stock. Wir wohnen in Fosie im südlichen Malmö in einem von 5 Hochhäusern hier in der näheren Umgebung. Die Straßen heißen hier zwar Dozenten Väg und Professorsgatan und hört sich nobel an, doch es ist eher graue Vorstadt und es wohnen hier vor allem ausländische Familien und ältere Leute. Doch die Wohnung an sich ist sehr schön, Tapeten aus den Siebziger Jahren, eine sich bewegende Badewanne, sobald man zum Duschen hineinsteigt, braunes Cordsofa und einen Balkon, der etwas abschüssig an der Wand hängt. Doch immerhin haben wir einen Balkon ;) udn sie ist wirklich recht groß, bietet viel Stauraum und hat wirklich eine wunderbare Aussicht!! Im Vordergrund leuchtet nachts zwar eine Tankstelle und dann weitere Hochhäuser, doch man sieht wirklich die Spitzen der Öresundbrücke, bei gutem Wetter ein bisschen Kopenhagen und den Turning Torso, dem Wahrzeichen von Malmö, ein in sich gedrehtes Wohn- und Bürogebäude. Und ich glaube auch zwischen den Häusern einen Quadratzentimeter Meer entdeckt zu haben...also wir haben Meerblick ;)
Wir haben Telefon, TV und Internet in der Wohnung und für die letzten beiden müssen wir sogar ncihts bezahlen, also von beschweren sind wir weit entfernt.
Ich schreibe immer wir, da ich nciht alleine wohne, sondern mit Claudia zusammen. Sie kommt aus Lübeck, ist auch DJiA-Freiwillige und arbeitet in der Gemeinde in Oxie, ein Vorort von Malmö. Sie hat auch schon die Seminare in Weimar mit mir bestritten.
Und das ist der einzig große Nachteil der Wohnung: Es gibt nur ein Schlafzimmer. Deshalb ist es nun so, dass eine von uns im Wohnzimmer in einer mit Raumtrennern abgeschotteten Nische schläft. Machbar, aber doof. Claudia schläft im Moment dort, doch wir tauschen in einem halben Jahr.
In der Nähe gibt es einen ICA, einen Netto und einen Willy's, drei Supermärkte unterschiedlicher Preisklassen, aber auch Qualität, so haben wir die Qual der Wahl. Die Bushaltestelle "Professorsgatan" befindet sich 5 min entfernt und der Bus, der alle zehn Minuten fährt, fährt durch bis zum Malmö Central, dem Hauptbahnhof, wie alle Busse in Malmö.
Und die Sonne scheint...

Claudia kam zwei Stunden nach mir an. Nachdem wir auf Kosten der Svenska Kyrkan (Schwedische Kirche) erstmal das Nötigste eingekauft haben, verbrachten wir den Abend vor allem mit Auspacken und Einrichten. Erstaunlich, wie schwer ein 18kg-Rucksack und ein 24kg-Koffer sein können, aber irgendwie ist hinterher der Schrank hier doch nur halbvoll....

Christine Druba
Professorsgatan 10A, 9v
215 52 Malmö

Montag, 1. September 2008

Wer weiß, wozu es gut ist

Montag mittag. Zimmer ein totales Chaos. Offene Taschen, Stapel von Büchern, aaah. Aber so ist es halt. Im Laufe des tages werde ich wohl ein bisschen Ordnung in dieses Chaos bringen, ein letztes Mal mit der Familie noch essen gehen und ein paar Leuten noch persönlich Lebewohl sagen, die gerne nochmal vorbei kommen möchten.

Die meisten habe ich gestern abend das letzte Mal auf dem Parkfest gesehen, auch wenn ich nochmal wieder komme. Wie kann ein Abschied fulminanter sein als mit Feuerwerk und Musik?
Bei Fury in the Slaughterhouse, Maybebop und Hi-Five im Publikum gestanden, Pohlmann verpasst. Handballstand, OpenAir- und Sonswasbühne. Riesenrad völlig deplatziert, aber verdammt schnell unterwegs. Ein Geburtstag, an dem Gartenschläuche Rätseltorten nass machen und Cousins verschwinden und doch nur brunchen waren. Bier, Fruchtkuss und Kaffee bei Frau Togo und dabei Rosen in Kondomen ääh Luftballons ausgelacht, die sich doch noch als tollstes Abschiedsgeschenk erwiesen. Ein leuchtender, bunter Flummi, ein fliegender Schuh und ein Lachanfall wie lange nicht mehr. Viel Bauchweh, ein Entschluss und gestern abend ein gutes Gespräch mit einem Lächeln. Viele feste Umarmungen und gute Wünsche und die eine oder andere verkniffene Träne. Fruchtspieße und Backkartoffeln. Gute Freunde. Ein Krümel, der endlich kommen soll. Tolles Wetter, pünktlich zum Ende der Regen. Herrlich kitschig. Wie toll. Aber es passt ;) und entlässt mich mit einem guten Gefühl nach Schweden.

Wer weiß, wozu es gut ist.


On the road

Ich beginne diesen Blog mit meiner Abschiedsfete, da sie, obwohl es jetzt schon ein paar Wochen her ist, seit wir uns bei uns im Garten bei Regen, Bier, viel Musik und lustigen Geschenken getroffen haben, der erste wirkliche Schritt zum Projekt Diakonisches Jahr im Ausland für mich war.
Es gibt leider nicht viele Fotos von diesem Abend, da meine Kamera erst am nächsten Tag auf dem Geschenketisch lag, jedoch ein unterhaltsames Video, worauf ihr alle mehr oder minder gut getroffen alle zu sehen seid und wofür ich Denis nochmal danken möchte ;)

Doch nun ist ernst. Bereits morgen werde ich gegen 6.25 den Dortmunder Bahnhof verlassen und dann über Hamburg und Kopenhagen gen Malmö fahren, wo mich um 14.58 meine Mentorin erwarten wird und mich in meine Wohnung fahren wird. Sie liegt im neunten Stock "with a beautiful view over the city", zum Glück auch mit Aufzug^^, und ich teile sie mit Claudia, einer anderen deutschen Volontärin, die auch in Malmö, jedoch in einem anderen Stadtteil als ich arbeiten wird.

Es ist seltsam, morgen wirklich zu fahren, weil es, wie viele von euch in den letzten Wochen mitbekommen haben, es im Vorfeld einige terminliche Schwierigkeiten gab.
Geplanter Abflugtermin war eigentlich der 20.August. Doch knapp zwei Wochen früher, kurz nach dem Vorbereitungsseminar in Weimar, wo ich bereits neben den Freiwlligen, die nach Großbritannien, Spanien und Dänemark gehen, auch die anderen "Schweden" erneut getroffen habe, erfuhr ich, dass der Europäische Freiwilligendienst (European Voluntary Service = EVS) beschlossen hatte, mich doch noch, wie auch einige von den anderen, zu fördern.
Dies bedeutet für mich, dass ich nun über die AXA versichert bin, den Teilnehmerbeitrag nicht bezahlen muss und auch etwas mehr Taschengeld bekomme. Ich habe das nicht bekommen, weil ich besonders toll bin, tolle Schulnoten habe o.ä., sondern war einfach reiner Zufall. Gleichzeitig hieß diese Nachricht aber auch, dass ich noch ein Beginnseminar hier in Deutschland besuchen musste. Und es war bis letzte Woche Mittwoch genau nicht klar, wann dieses denn sein sollte, es war nur bekannt, es begänne erst nach dem 1.September. Doch Mittwoch war klar, das Seminar im Wendland in Wustrow (mit selbstgebauten Betten, Ökofood und ganz "tollem" Nachtleben, wie ich schon gehört habe) ist erst Mitte September. Und deshalb sieht der Plan nun wie folgt aus:
Morgen geht es nach Malmö. Von dort fahre ich am Samstag, den 6., nach Helsjön in der Nähe von Göteborg und besuche dort das On-Arrival-Seminar der schwedischen Organisation gemeinsam mit den anderen Deutschen, aber auch anderen schwedischen Freiwilligen.
Von dort kehre ich am 12. wieder nach Malmö zurück, fliege jedoch direkt am nächsten Morgen, dem13. nach Düsseldorf zurück, wo ich um 09:55 lande.
Zwei Tage später fahre ich dann endlich vom 15. bis zum 17. zum deutschen EVS-Seminar ins Wendland. Und letztlich fliege ich am 19.September, am Freitag abend, um 18:15 erneut von Düsseldorf nach Kopenhagen.

Nicht, dass ihr jetzt verwirrt sei müsstet, ich gerne was gegen die Umwelt tue und wir nicht zu wenig Seminare haben^^

Es war in den letzten Tagen aufgrund dieser Terminverschiebungen verdammt blöd, da ich quasi auf gepackten Koffern saß und ich möchte mich auch nochmal bei all den Leuten entschuldigen, von denen ich mich wieder und wieder verabschiedet habe ;) Doch diesmal wird es (also ehrlich jetzt!!) wohl für viele gestern das letzte mal sein, dass ich sie gesehen habe. Aber dafür gibts einen neuen Eintrag. Das verdient das Parkfest.

Mittwoch, 2. Juli 2008

Die Einladung zur Geburtstagsnach- und Abschiedsvorfeier ;)